Letztes Jahr hatten wir bereits einen Ausflug in den Safari-/ Naturpark “The Wilds” gemacht. Wenn man eine Jahreskarte für den Zoo in Columbus hat kommt man da billiger rein. Unsere Karte läuft jetzt aus (hat sich dank der vielen Besucher im letzten Jahr durchaus gelohnt) und so wollten wir den Rabatt noch mal nutzen, denn sonst sind die Wilds recht teuer. Hier ein paar Bilder:
Juli 6, 2009
The Wilds: Revisited
Posted by marzipan under Uncategorized | Schlagworte: Fotos, Ohio |Leave a Comment
Juli 5, 2009
Doo Dah
Posted by marzipan under Uncategorized | Schlagworte: Columbus, Feiertage, Kultur |Leave a Comment
Als Gegenpol zu den 100%ig ernst gemeinten militärisch-politischen Paraden zum 4th of July hat Columbus die Doo Dah Parade. Wie beim Fackelzug oder beim Rosenmontagszug gibt es hier Gelegenheit, das alles mal ein bisschen aufs Korn zu nehmen – wenn auch in deutlich kleinerem Maßstab. Letztes Jahr war die Parade etwas verregnet, dieses Jahr war es dafür um so voller. Wie das Red, White, & Boom! findet auch dieses Event nah genug statt als dass wir bequem zu Fuß hingehen können.
Wer hier eine Parade anschaut bringt oft diese Stühle mit, die außer uns wahrscheinlich wirklich jeder hier hat (allerdings meist weniger patriotisch bedruckt). Man kann sie zusammengefaltet bequem tragen und auch ein Getränkehalter darf nicht fehlen…
Die Themen der Parade reichten von Michael Jackson über Sarah Palins Rücktritt als Gouverneurin von Alaska bis zu Madoff…
… oder der Schweinegrippe.
Prominente Paradeteilnehmer waren Uncle Sam…
…und Batman (natürlich mit Batmobil).
Im Grunde darf aber jeder mitmachen…
… wie auch diese beiden, die Werbung für Gothic Weddings machen.
Juli 4, 2009
4th of July
Posted by marzipan under Uncategorized | Schlagworte: Columbus, Feiertage, Kultur |Leave a Comment
Heute ist es wieder so weit, einer der seltenen Feiertage findet statt. Der 4th of July wird mit Feuerwerk und Grillparties begangen (Burger, Hot Dogs, wie man sich das so vorstellt). Weil heute Samstag ist hatten viele gestern schon frei, Michael auch. In Columbus ist das große Feuerwerk “Red, White, & Boom” sowieso am 3. Juli, damit am vierten jeder in seinem Viertel feiern kann. Vor dem Feuerwerk gibt es eine patriotische Parade, die mit Überflug diverser Kampf-Jets eingeleitet wird.
Von der Parade selbst haben wir aber fast nichts gesehen, denn Downtown war viel voller als ich erwartet hätte und die besten, zweitbesten und drittbesten Plätze bereits vergeben. Ich habe aber Flaggen, Panzer, und Veteranen-Gruppen gesehen, die alle frenetisch bejubelt wurden. Ich sag ja, das Verhältnis zum Militär hier ist irgendwie speziell, und das quer durch die politischen Lager.
Statt uns lange bei der Parade aufzuhalten haben wir lieber frühzeitig den absolut besten Platz aufgesucht, an dem man das Feuerwerk gucken kann. Der Vater von C. arbeitet nämlich als Anwalt Downtown im 30. Stock eines Hochhauses direkt am Fluss, und C. hatte einige Freunde eingeladen, dort Feuerwerk zu gucken. Dort bot sich zunächst diese Aussicht…
… und später diese:
Die Aussicht auf das Feuerwerk war wirklich gut! Das Feuerwerk wird zu Musik abgehalten, beginnend mit der Nationalhymne. Tatsächlich wird viel rotes, weißes, und blaues Feuerwerk verwendet und auch die Zuschauer haben sich häufig in den Nationalfarben gekleidet. Das war also Red, White, & Boom! für dieses Jahr – heute Nachmittag gibt’s Burger und Hot Dogs am Swimmingpool von anderen Freunden und heute Abend Feuerwerk in einem Park. Der 4th of July sorgt für ein richtig schönes Sommerwochenende!
Juli 2, 2009
Seufz. Wieder keine Green Card per Lotterie. Dieses Jahr konnte man erstmals im Internet nachgucken und unsere beiden Nummern sind “not selected for further processing”. Drückt die Daumen fürs nächste Jahr…
Juni 28, 2009
Comfest 2009
Posted by marzipan under Uncategorized | Schlagworte: Columbus, Freizeit, Kultur |Leave a Comment
Letztes Jahr fand ich das Comfest auch schon ganz toll, aber Michael war auf Konferenz und konnte das Fest des Jahres in Columbus deshalb nicht mitkriegen. Dieses Jahr ist die Konferenz erst später und so konnten wir an einem heißen, aber nicht zu schwülen Sommerwochenende das nahe gelegene Fest ausgiebig genießen!

Die vielen Vorzüge des Comfest umfassen: freier Eintritt, Bierausschank trotz Familienfreundlichkeit, Bierausschank mit nicht nur Bud (sondern Columbus Brewing Company Bier), haufenweise Essen von Restaurants aus der Gegend (von vegan bis jamaikanisch), sechs Bühnen mit teilweise richtig gutem Musikprogramm (3 Tage lang von Mittags bis Abends von Country bis Rap), haufenweise Buden zum alternativen Columbus (Regenwasser sammeln, für umfassenden Aufklärungsunterricht an den Schulen unterschreiben, Pflanzen für Schmetterlingsgärten kaufen), haufenweise Einkaufsmöglichkeiten abseits der Mall (viele schöne T-Shirts, Babysachen in anderen Farben als rosa/ blau, geschnitztes Spielzeug, Hippiekram), man sieht Leute aus allen Bevölkerungsschichten/ allen Alters/ erfreulich unterschiedlich gekleidet (Batikhemd, wallendes Blumenkleid, Punk, von oben bis unten tätowiert, halbnackt, body-painted). Prime People Watching! Die Bier-Becher werden verkauft und sind wieder zu verwenden (was auch die meisten beherzigen). Man kann auf einer Decke im Park liegen, wie am Aachener Weiher, bloß ohne Grill. Wir haben Einradfahrer, Leute mit Feuerrädern, Frisbeespieler, Skater und Jonglierer gesehen. Das ganze Fest wird nicht-kommerziell durch ehrenamtliche Helfer/innen organisiert und von vielen lokalen Unternehmen unterstützt. Na bitte, geht doch. Columbus könnte so ein Wochenende öfter vertragen!
Juni 23, 2009
Die öffentliche Bücherei, die wir hier in Columbus haben, kann gar nicht oft genug gelobt werden. Sie ist schon mehrmals zur besten Bibliothek in den USA ernannt worden. Auch außerhalb der Columbus Metropolitan Library hat Ohio einiges in puncto Bibliotheksservices zu bieten, zum Beispiel OhioLink, worüber ich Fachbücher und den ein oder anderen deutschsprachigen Roman bestellt habe. All das ist für die Nutzer komplett kostenlos: Keine Jahresgebühr, keine Vormerk-Gebühr, keine Bestseller-Gebühr, keine Gebühr für CDs oder Filme, keine Gebühr für Internetnutzung, keine Gebühr für Hausaufgabenhilfe, Sprachkurse für Einwanderer oder Bewerbungstrainings. Das alles führt dazu, dass die Bibliotheken hier sehr stark von den weniger wohlhabenden Bürgern genutzt werden, die vielleicht keinen Computer haben und dort zum Beispiel auf Jobsuche gehen können. Und das alles führt dazu, dass man die Bibliothek hier ganz anders nutzen kann: Man kann einfach mal 10 Bücher zu einem Thema vorbestellen und dann aussortieren. Man kann in die in der New York Times besprochenen Bücher mal kurz reingucken. Man kann sich auf die Suche nach dem besten Buch in einem Gebiet begeben, ohne dabei 25 EUR Vormerkgebühren anzusammeln oder Monate zu warten.
Im Zuge der schlechten wirtschaftlichen Lage hat Governor Strickland das Budget für die Bibliotheken erst kürzlich um 20% gekürzt. Nun wurde von gestern auf heute eine Kürzung um weitere 30% im Zuge des neuen Haushalts angedroht. Natürlich kann selbst die beste Bibliothek im Lande mit einem so stark gekürzten Budget nicht gut zurecht kommen. Es drohen Bibliotheksschließungen, Entlassungen und eine drastische Reduktion in Neuanschaffungen. Ich weiß, dass die meisten Leser/innen dieses Blogs nicht in Ohio sind, aber falls sich doch mal jemand von hier auf dieser Seite findet: Der neue Haushalt soll bereits zum 1. Juli in Kraft treten, deshalb ist schnelles Handeln angebracht. Auf der Seite Save Ohio Libraries gibt es Informationen darüber, was man tun kann (welche Abgeordneten man anrufen soll, wem man schreiben kann, wie man andere über die Aktion informiert). Auf Facebook gibt es ebenfalls entsprechende Aktionen und die Columbus Metropolitan Library hat eine Unterschriftenliste gestartet (nur für Residents so weit ich weiß). Ich hoffe wirklich sehr, dass es der lokalen Politik nicht gelingt, das wunderbare Bibliothekssystem kaputt zu sparen. Es gibt nicht viel, worin Columbus Weltklasse ist, aber die Bibliothek gehört dazu.
Und ja, die wirtschaftliche Lage ist schwierig und ich bin sicher, dass es nicht leicht ist, mit wenig Geld einen gescheiten Haushalt zu verabschieden. Aber: Columbus hat gerade ein riesiges Bauprojekt am 315, einer lokalen Autobahn, dessen Umbau drei Monate dauern und $24 Millionen kosten soll. Die Polizei in Columbus besitzt außerdem ganze acht Hubschrauber, was sowohl in absoluten Zahlen als auch besonders für eine Stadt dieser Größe extrem viel ist. Wartung und Benzin für diese Hubschrauber haben letztes Jahr ca. $1 Million gekostet. Das nur mal so als Denkanstoß.
Juni 23, 2009
Laut New York Times ist es gestern 40 Jahre her, dass der Cuyahoga River gebrannt hat. Der Cuyahoga River ist ein großer Fluss im Nordosten Ohios; er fließt bei Cleveland in den Eriesee. Bereits kurz nach unserer Ankunft hier haben wir ein Bier namens “Burning River” kennen gelernt. Die entsprechenden Flaschen der Great Lakes Brewing Company zeigten einen brennender Fluss und Bekannte haben sich beeilt, uns zu versichern, dass der Fluss wirklich gebrannt hat. So ein Fluss besteht ja hauptsächlich aus Wasser, sollte man meinen, und sollte deshalb nicht brennen, sollte man meinen. Nun, zum Zeitpunkt des Brandes war der Fluss dermaßen voll von ölgetränktem Industriemüll, dass das Unwahrscheinliche eintrat. Bei Cleveland sieht der Fluss immer noch nicht besonders attraktiv aus, aber etwas weiter südlich gibt es den Cuyahoga National Park, wo der Fluss inzwischen ganz ansehnlich ist. Laut New York Times geht es dem Fluss auch an den weniger hübschen Stellen inzwischen ziemlich gut; Vögel und Fische können ihn wieder als Lebensraum nutzen. Darauf ein Burning River!
Juni 22, 2009
Gay Pride
Posted by marzipan under Uncategorized | Schlagworte: Columbus, Kultur, Politik |Leave a Comment
Dieses Wochenende war in Columbus Gay Pride Festival, also quasi Christopher Street Day. Die Szene ist in Columbus natürlich bedeutend kleiner als in Köln, aber immerhin gibt es eine und für den Mittleren Westen ist das hier wohl schon eine der größeren Veranstaltungen – wenn auch viel zahmer wirkend als in Köln.
Das Gay Pride Festival an sich findet in Goodale Park bei uns in der Nähe statt und besteht nur aus einer Handvoll Buden und zwei Bühnen. Wahrscheinlich gibt es noch Veranstaltungen in den einschlägigen Clubs und Kneipen, aber darüber habe ich keinen Überblick. Am Samstag gibt es dann eine Parade, ebenfalls ganz bei uns in der Nähe. Ich hatte die Parade schon letztes Jahr gesehen, Michael aber nicht, und so sind wir noch mal gucken gegangen. Eine Parade beinhaltet hier immer Marching Bands, “Floats” (Festwagen à la Karnevalszug), Oldtimer-Autos, Beauty Queens, Fußgruppen und Politiker, die ihren Namen bekannt machen wollen. Das alles trifft auch auf die Gay Pride Parade zu.
Wie im letzten Jahr gab es auch wieder Protester zu sehen. Direkt gegenüber von uns positionierten sich kurz vor Beginn der Parade drei ältere Typen in “Jesus is the Standard” T-Shirts sowie mit Megaphon und einer protzigen Bibelausgabe bewaffnet. Schlimm, wirklich schlimm. In den letzten Wochen sind in den USA allerlei Leute von fanatischen Rechten erschossen worden (neben dem Arzt noch ein Guard im Holocaust-Museum und ein paar Polizisten), was das Ganze in diesem Jahr noch furchtbarer macht. Die Protester fingen dann auch gleich an, durch ihr Megaphon allerlei abscheuliche Aussagen kund zu tun und aus der Bibel vorzulesen, so dass die Menge ordentlich Lärm machen musste, um dem entgegen zu wirken. Folglich wurde besonders dort wo wir standen ständig laut gejohlt, geklatscht, gesungen und skandiert.
Ebenfalls folglich wurden besonders die Kirchen bejubelt, die bei der Parade mitgehen. Ein Gutes bewirken die Fundamentalisten nämlich: Die einzelnen Gemeinden stehen hier viel stärker unter Druck, Position zu beziehen als vielleicht in Deutschland und entsprechend sieht man haufenweise kirchliche Gruppen in der Parade. Letztes Jahr hatte St. Francis, unsere katholische Pfarre, ebenfalls ein Plakat. Ich gehe davon aus, dass das dieses Mal auch so war (weil die Parade fast identisch mit der im letzten Jahr war), aber wir konnten nicht bis zum Ende bleiben und deshalb bin ich nicht 100%ig sicher. Man sollte sich wohl am besten gar nicht von den Spinnern beeindrucken lassen, aber ich glaube, darin fehlt mir noch die Übung.
Juni 21, 2009
Freilichttheater
Posted by marzipan under Uncategorized | Schlagworte: Kultur, Unterhaltung, USA |Leave a Comment
Gestern waren wir mit ein paar anderen Europäern bei dem, was quasi die Karl May Festspiele von Ohio sind. Karl May kennt hier natürlich keiner, aber in Chillicothe (eine Fahrtstunde von Columbus entfernt) wird seit etwa 30 Jahren jeden Sommer jeden Tag das Tecumseh-Drama aufgeführt.
Tecumseh war Häuptling der Shawnee, und die haben tatsächlich bei Chillicothe gelebt. Tecumseh wollte die unterschiedlichen Stämme in der Gegend gegen die Amerikaner vereinen, so dass man gemeinsam gegen die Weißen kämpfen konnte. Er hat offenbar schon früh erkannt, dass die diversen Verträge, die mit den Weißen geschlossen wurden von deren Seite aus öfter mal gebrochen wurden und hatte – völlig berechtigt, wie die Geschichte ja leider zeigt – Bedenken bzgl. des Überlebens der einzelnen Stämme. Tecumsehs Bruder, Tenskwatawa, hatte bei den Shawnee offenbar ebenfalls viel zu sagen und hat in Abwesenheit von Tecumseh eine Schlacht gegen die Weißen angezettelt, bei der haufenweise Indianer umgekommen sind. Sehr viel elaborierter wurde die Geschichte in dem Stück leider auch nicht dargestellt.
Das Outdoor-Drama findet in einer Art Amphitheater statt, das pro Vorführung mehr als 1000 Leute fasst. Das Theater liegt ziemlich idyllisch in einer hügeligen Gegend auf dem Land – abseits der Stadt konnte man nach Vorstellungsende unglaublich viele Sterne sehen.
Neben der Hauptvorführung bietet das Theater noch eine Führung hinter den Kulissen, ein Mini-Museum und natürlich den obligatorischen Gift-Shop und Café. Bei der Führung hinter die Kulissen werden die Gewehre, Bluteffekte und Kämpfe erklärt und von Nahem vorgeführt. Außerdem kann man alle Bereiche der Bühne sehen und darf fotografieren (was während der Hauptvorführung verboten ist). Hauptattraktionen der eigentlichen Vorführung beinhalten: Kanonenschüsse, viel Gewehrfeuer, Pferde, ein kleiner See, Kanufahrten, Feuer, Explosionen aller Art und Leute, die von Felsen fallen. Weniger Wert wurde auf die Dialoge und die Entwicklung der Charaktere gelegt.
Insgesamt war es ein unterhaltsamer Abend. Man sollte aber nicht zu viel erwarten – das Stück lebt wirklich mehr von den Effekten und wer auf einen tieferen Einblick in die Geschichte der Shawnee oder in Tecumsehs Charakter sucht wird wahrscheinlich enttäuscht werden. Ich selber kann nicht direkt mit den Karl May Festpielen vergleichen, habe aber schon ein paarmal gehört, dass die Effekte dort zum Teil spektakulärer sind. Dafür sind die Kostüme bei Tecumseh angeblich recht authentisch. Wir bereuen unseren Besuch bei Tecumseh jedenfalls nicht!
Juni 18, 2009
Der Stromausfall wurde von heliumgefüllten Luftballons herbeigeführt, die einen Kurzschluss an einem Trafo hier in der Nähe ausgelöst haben. Wahrscheinlich ein Kindergeburtstag oder so. Mein Vertrauen in das Stromnetz hier sinkt auf ungeahnte Tiefen.

























