Obwohl wir nun schon eine ganze Weile in den USA leben, gibt es immer wieder Grund, sich mit deutschen Firmen oder Behörden herumzuschlagen. Bevor wir hergezogen sind, habe ich eine lange Reihe von Kündigungsschreiben losgeschickt, aber manches ist immer noch offen.
Zum Beispiel die BahnCard. Als eifrige Pendlerin hatte ich ein Abo für die BahnCard 50. Eine neue BahnCard wäre mir wenige Wochen vor dem Umzug zugestellt worden. Das hätte sich nicht mehr gelohnt, ganz ohne BahnCard wären die letzten 2-3 Fahrten aber sehr teuer geworden, so dass ich zum Sommer letzten Jahres auf BahnCard 25 umgestellt hatte. Die Bahn sah sich nicht in der Lage, diese direkt nur für ein Jahr auszustellen, so dass hier die letzte Kündigung jetzt erst fällig wird. Das Schreiben ist auch schon seit Wochen raus, gehört habe ich aber noch nichts – also heute nachgehakt. Man muss wirklich auf jede Kündigung sehr gut aufpassen, sonst bedienen sich alle möglichen Leute noch ein letztes Mal am Konto.
Zum Beispiel das Finanzamt Bremen. Bremen erhebt eine Zweitwohnungssteuer, die im letzten Jahr auf sagenhafte 10% der Jahreskaltmiete erhöht wurde. Nicht genug damit, dass der Unterhalt einer zweiten Wohnung und die Finanzierung der wöchentlichen Fahrten auf halber Stelle sowieso finanziell kaum lohnt, wird man mit dieser Steuer noch zusätzlich zur Kasse gebeten. Meine Abmeldung im Sommer hat das Finanzamt korrekt verbucht, allerdings hat es nicht berücksichtigt, dass ich ja Anfang 2007 geheiratet hatte und somit gar keine Zweitwohnungssteuer mehr zahlen musste. Die Eheschließungs-Informationen werden wohl nicht automatisch weitergeleitet. An dieser Stelle konnte ich heute nach einem juristisch gut unterfütterten Fax (Vielen lieben Dank an die Juristin unter meinen Freundinnen!) einen Erfolg verzeichnen – meine 155 EUR bekomme ich zurück, und beim derzeitigen Wechselkurs kann ich daraus ganze $245 machen.
Abgesehen von der gefürchteten Steuererklärung sind das auf meiner Seite wirklich die letzten Erledigungen in Deutschland gewesen!