Der allmonatliche Gallery Hop im April war extrem gut besucht. Man könnte fast meinen, dass alle Leute in Columbus beschlossen haben, dass der Winter jetzt vorbei ist und es an der Zeit ist, mal wieder rauszukommen. Die Schlange an der Eisdiele ging um 22 Uhr um den halben Block. Ausnahmslos jedes Geschäft und jede Kneipe waren voll. So viele Leute habe ich seit Oktober nicht mehr auf der Straße gesehen. Gut ein Drittel der Frauen hatten Flip-Flops an, ein weiteres Drittel Ballerinas. Man sah kurze Röcke und T-Shirts. Bei Cup O’Joes, dem Northstar Café und dem Union Café waren die Terrassen gut gefüllt. Und während ich auch glaube, dass der Frühling kommt, und obwohl endlich die ersten Narzissen und Knospen blühen, sind die Temperaturen keinesfalls sommerlich (gestern Nacht bestimmt deutlich unter 15°C). Wäre ja auch verwunderlich Anfang April.

Im Short North, wo wir wohnen, haben in letzter Zeit mehrere Läden geschlossen. Umso begeisterter war ich, am Samstag einen sehr europäisch wirkenden Laden zu finden, den man in genau dieser Form auch im Belgischen Viertel finden könnte. Die Paradise Garage – so der Name des Ladens – verkauft Fahrräder und Kleidung. Die Fahrräder sind großteils Hollandräder, Cruiser usw., also Räder für die Stadt, die man in Deutschland an jeder Ecke bekommt, hier aber nicht. Hier haben viele Räder keine Lampe mit Dynamo, keinen Gepäckträger, kein Schutzblech, kein Kettenblech, keine Möglichkeit, einen Korb anzubringen, keine Klingel. Von der Klamotten-Auswahl in dem Laden bin ich auch ganz begeistert, ich hab direkt ein tolles Sommerkleid von Skunkfunk gefunden! Überhaupt gibt es die (großteils europäischen) Marken, die der Laden führt, hier nirgendwo sonst. Ich hoffe, dass die Amerikaner Gefallen an den Sachen finden, so dass der Laden sich gut halten kann!