Diejenigen, die uns persönlich kennen, wissen wahrscheinlich, dass Michael und ich bei der Hochzeit meinen Nachnamen angenommen haben. Wir wollten vor allem wegen der Möglichkeit des Lebens im Ausland und späterer Familiengründung einen gemeinsamen Namen haben. Ein Doppelname aus unseren beiden jeweils leicht militärisch-nationalistisch klingenden Nachnamen war absolut ausgeschlossen. Keiner der beiden Namen ist besonders schön oder auch nur deutlich schöner als der andere (wenn meiner auch auf englisch leichter auszusprechen ist als Michaels), und so haben wir um den Namen gelost. Mein Name hat gewonnen.

Diese ganze Geschichte kennt hier kaum jemand, aber anlässlich der Steuererklärung kamen wir doch einmal darauf zu sprechen. Und dabei stellte sich heraus, dass die Möglichkeit, dass der Mann den Namen der Frau annimmt, in den meisten US-Staaten nicht vorgesehen ist, so auch in Ohio. Die Frau kann den Namen des Mannes annehmen, die Frau kann einen Doppelnamen bekommen, jeder kann seinen Namen behalten. Aber der Mann kann nicht den Namen der Frau annehmen und auch keinen Doppelnamen bekommen. Sollte er das doch wollen, müsste er seinen Namen in einem kostspieligen und zeitaufwändigen Gerichtsverfahren auf Antrag ändern lassen, ähnlich wie wenn man seinen Nachnamen aus irgendwelchen Gründen loswerden möchte. So viel zur Gleichberechtigung.