…warten auf uns. Ich muss sagen, die Präsidentschaftswahl zieht sich ganz schön hin, noch bevor sie so richtig angefangen hat. Gestern war es wieder mal besonders spannend. Was die Wahlabende anstrengend macht ist, dass man so lange auf die Ergebnisse warten muss. Beim Schließen der Wahllokale gibt es für die Vorwahlen in der Regel keine repräsentativen Umfrageergebnisse (oder wenn, dann werden sie jedenfalls gut geheim gehalten). Hochrechnungen haben wir auch selten gesehen. Die Ergebnisse kommen meist in der Form: “X% der Stimmen im State Y sind ausgezählt, dabei haben a% für Obama und b% für Clinton gestimmt”. Der Anteil der ausgezählten Stimmen steigt über die Zeit, aber manchmal fehlt ein wichtiger Wahlkreis bis ganz am Schluss und je nachdem, wie viele Leute dort wohnen, kann sich das ganze Bild bis zur letzten Minute noch ändern. Dann heißt es lange aufbleiben.

Hinzu kommt, dass wir auch nach der x-ten Vorwahl immer noch nicht die optimale Quelle für die Ergebnisse gefunden haben. Anfangs haben wir brav um 18 Uhr das Fernsehen angeschaltet, erfolglos. Dann ein neuer Versuch um 20 Uhr, wieder erfolglos. Man muss allerdings dazu sagen, dass wir Fernsehen nur über Antenne empfangen, es soll wohl einige Kabelkanäle geben, die mehr berichten. Inzwischen schauen wir so ab 21 Uhr immer mal auf die aktuelle Auszählung auf der Website der New York Times. Erst um 23 Uhr (!) kommt dann eine Diskussionsrunde auf PBS (das öffentliche Fernsehen). Die genauen Ergebnisse stehen manchmal auch danach noch nicht fest. Ich bin gespannt, ob es bei der eigentlichen Präsidentschaftswahl anders aussieht! Und wir müssen NPR, dem Radio, noch mal eine Chance geben - wir mögen NPR grundsätzlich sehr, haben es aber an Wahlabenden noch nicht umfassend getestet.