Nein, es betrifft uns (zumindest noch) nicht persönlich, aber wer in Erwägung zieht, in den USA ein Kind zu bekommen, dem kann ich schon mal wärmstens den Dokumentarfilm “The Business of Being Born” empfehlen (gibt’s bei Netflix sogar als Instant View) sowie das Buch “Pushed. The painful truth about childbirth and modern maternity care” von Jennifer Block. Besonders das Buch ist sorgfältig recherchiert und mit Statistiken der WHO und ähnlicher Organisationen unterfüttert. Die Message ist beide Male ähnlich und beeindruckend. Es scheint, als seien die USA das einzige gut entwickelte Land, das Geburten normalerweise nicht durch Hebammen durchführen lässt. Die Prozentsätze von Kaiserschnitt-Geburten und künstlich eingeleiteten Geburten sind horrend hoch. Alles ist High-Tech, wobei jede angwandte Prozedur ihre eigenen Risiken hat. Die USA haben für ein entwickeltes Land jedoch eine erstaunlich hohe Mütter- und Neugeborenen-Sterblichkeitsrate. In manchen States machen sich Hebammen sogar strafbar, wenn sie eine Hausgeburt betreuen. Man erfährt, womit das alles zusammenhängt, von der Angst vor Kunstfehler-Klagen über bessere Planbarkeit der benötigten Krankenhausbetten usw. Ohne hier sehr ins Detail gehen zu wollen kann ich nur sagen: Das Lesen lohnt sich auf jeden Fall. Verschiedene medizinische Prozeduren im Zusammenhang mit einer Geburt werden beschrieben, ihre Häufigkeiten genannt, ihre Risiken anhand von Studien beziffert, Alternativen aufgezeigt wo es möglich ist. Es kann nicht schaden, sich darüber mal zu informieren - besonders wenn man aus Deutschland in die USA zieht, wo das System ein ganz anderes ist, eine Betreuung durch Hebammen normal ist und die Risiken für Mutter und Kind wesentlich geringer sind.