Die lieben Steuerberater haben uns in dem Glauben gelassen, dass es günstig wäre, in den USA “married filing jointly” zu wählen, unter anderem, weil das unsere Chancen auf den Erhalt der $600 pro Person, von der Regierung als “Economic Stimulus Package” in diesem Jahr ausgezahlt, erhöhen würde. Wie sich herausstellt, hindert es unsere Chancen aber sogar. Um das Geld zu bekommen, brauchen bei “married filing jointly” beide Personen eine Social Security Nummer, sonst kann keiner der beiden das Geld erhalten. Hätten wir “married filing separately” gewählt, hätte wenigstens Michael das Geld bekommen. Um ganz genau ausrechnen zu können, ob sich das gelohnt hätte, oder ob wir wegen anderer Pauschbeträge $600 oder mehr zusätzlich hätten zahlen müssen fehlen mir die Möglichkeiten. Es bestärkt jedoch mein Misstrauen in H&R Block. Die meiste Zeit hatte ich den Eindruck, dass der Berater dort sich nicht optimal auskennt. Das Ende der Geschichte schien am Tax Day dann aber doch so gut, dass ich geneigt war, es als Happy End anzunehmen. Jetzt bin ich weniger sicher, aber ganz sicher, dass wir nächstes Jahr unsere Steuern nicht wieder dort machen lassen. Und schade um die $1200 ist es natürlich auch.

Nachtrag: Inzwischen haben wir ausgerechnet, dass wir trotzdem die günstigste Option gewählt hatten (married filing jointly, US citizens for tax purposes). H&R Block hätte uns zwar warnen können/ keine Hoffnung machen sollen, aber am Ergebnis hätte das nichts geändert. Inzwischen richtet sich mein Ärger eher gegen die Diskriminierung von H4-Visum-Haltern und deren Familien durch die Regierung: Wenn ich nicht da wäre, würde Michael $600 bekommen. Wenn wir beide z.B. eine Green Card (oder beide ein H1B Visum) hätten, würden wir $1200 bekommen - bei gleichem Einkommen, gleichen Steuern usw. Die Regel mit den Social Security Nummern wird praktisch nur Familien betreffen, in denen eine Person auf H4 in den USA ist. Mit H4 kann man nämlich nur eine iTIN (Steuer-Identifikationsnummer) bekommen. Die kann man angeblich aber auch als illegaler Einwanderer beschaffen. Statt eine Kopie des Visums zu verlangen, um zu prüfen, ob jemand legal hier ist, wird gar nicht groß gefragt, sondern die Leute mit iTINS werden automatisch ausgeschlossen. Ansonsten sind die Zahlungen 100%ig an die Steuerpflichtigkeit in den USA und nicht an die Staatsbürgerschaft geknüpft (was ich noch hätte verstehen können).