Das kulturelle Angebot in Columbus habe ich ja schon öfters bemängelt. Andererseits hat das verglichen mit Köln winzige Angebot den Vorteil, dass wir die meisten interessanten Veranstaltungen auch wirklich besuchen. So waren wir zum Beispiel schon ganze sieben Mal im Theater seit wir hier sind… fünf Mal davon bei Shakespeare im Park. Seufz. Letzte Woche hat die lokale Wochenzeitung das kulturelle Angebot für den kommenden Herbst auf fünf übersichtlichen Seiten (teilweise noch mit Werbung und kleinen Artikeln versehen) vorgestellt. Wie nicht anders zu erwarten ist es wieder dünner als mir lieb wäre, aber einiges könnte ja doch interessant sein:
- Konzerte: Viele Bands, die ich in Deutschland gerne gehört habe, sind nun mal europäisch und kommen daher in Columbus nicht vorbei. In diesem Herbst kommen drei Gruppen, die in Frage kämen: The Fratellis, The Kooks, und Fleet Foxes. Die Tickets kosten jeweils unter $20 pro Person. Abseits der Pop-Musik gibt es noch ein Konzert der OSU Marching Band, die beim Football absolut spektakulär ist, und eine Aufführung des Messias von Händel, bei der jeder bei den Chören mitsingen darf. Das könnte bestimmt ganz lustig sein.
- Literatur: Hier sieht es wirklich ganz düster aus.
- Ausstellungen: Das klare Highlight ist eine Warhol-Ausstellung im Wexner-Center. Das Kunstmuseum zeigt eine Sammlung von Schätzen aus den Museen und Sammlungen der Uni.
- Theater: Vermutlich werden wir wieder ins Uni-Theater gehen, von OSU und/ oder Otterbein College (z. B. Julius Caesar). Vermutlich auch ins MadLab Theater, das am experimentellsten scheint.
Es gibt keine Oper in Columbus (letztes Jahr gab es an zwei (!) Abenden eine Gastaufführung von La Bohème, die ich leider verpasst habe). Das Symphonieorchester ist kürzlich den Bach runter gegangen. Es gibt kein großes Ensemble-Theater. Es gibt nicht mal sehr viel Programmkino. Fairerweise muss man sagen, dass es Ballett gibt (Nussknacker und so), dass ab und an teure Broadway-Spektakel vorbei kommen (eher in der Richtung Musical usw.), und dass es allerlei Comedy gibt. Und natürlich viel mehr als ich aufgelistet habe. Und natürlich ist es auch eine Frage dessen, was man mag und wie pingelig man ist. Aber könnte ich bitte die Museumsnacht haben? Und die Lit.Cologne? Und ein Kino mit aktuellen abseitigen Filmen aus aller Welt? Und einen Abend in der Oper? Und eine professionelle Theater-Aufführung eines modernen Stücks, die nicht auf lustig gemacht ist? Und kann nicht mal eine deutsche Indie-Band nach Ohio kommen? Okay, das wäre vielleicht wirklich zu viel verlangt. Seufz.





