Hier ein paar Fotos aus der Stadt. Als Quasi-Kölnerin weiß man wenigstens, dass es keinen Sinn macht, den ganzen Dom ohne Weitwinkel fotografieren zu wollen.
Dieses Schild wandert seit geraumer Zeit in Köln herum, und man sieht auch deutlich, warum es da steht, wo es eben steht. (Nicht, dass die kölnvernarrten Kölner eine Aufforderung brauchen würden). Wegen der optischen Schönheit der Stadt braucht man jedenfalls nicht nach Köln ziehen.
Die Sachen, die ich wirklich an Köln mag, sind aber schwer fotografisch einzufangen. Die Mischung aus Läden, Cafés, Veranstaltungen, die Veedel-Struktur mit jeweils eigenen Einkaufsmöglichkeiten und so weiter.
Und dann der Karneval. Hier hängt der Nubbel über der Tür vom Heller’s – die Geschichte vom Nubbel mögen die Amerikaner gerne.
Ich war Weiberfastnacht seit Jahren nicht mehr innerhalb der Ringe und in diesem Jahr wurde ich auch daran erinnert, warum: Der ganze Bahnhof voller Leute, viele davon aus dem Umland („Ey, Voreifel, nicht Eifel!“ „Wo ist denn hier die U-Bahn?“), viele davon schon morgens mit Schnapsflaschen ausgestattet, überall Scherben und diverse Flüssigkeiten auf dem Boden (nicht nur aus den Flaschen), wenig Kostüme und gebrüllte unpassende Schlager („Wo ist unser Altbier…“ – da darf man sich in Köln nicht wundern, wenn man eins auf die Nase bekommt). Leider lässt sich der Bahnhof nicht völlig vermeiden, wenn man zurück nach Neuss will. Jedenfalls haben wir von dort die Flucht ins Belgische Viertel ergriffen, wo unsere Zielkneipe allerdings nicht nur krachevoll war (wie zu erwarten), sondern auch fast nur Schlager statt kölscher Musik gespielt hat. Nebenan gab’s die kölsche Musik in einer netten, aber eher szenigen Kneipe, in der wohl niemand Karneval vermutete, denn sie war gähnend leer. Da es schon Donnerstag war und wir seit Samstag jeden Abend woanders aus waren war ich zu müde, um bis zum Abend in Köln zu bleiben oder noch andere Veedel auszuprobieren und so musste mit nur wenig Karneval zurück gefahren werden, dafür aber mit einem ausgewogeneren Bild von der Feierei.
Und so hat sich der Karneval für uns in diesem Jahr in erster Linie auf den sehr schönen Pfarrkarneval in St. Stephan nach der „Mess met kölsche Wööt un Tön“ beschränkt. Dort wird alles auf kölsch gesagt und die Lieder sind eine Mischung aus modernen Kirchenliedern op kölsch (Taizé Halleluja etc.), klassischer Musik op Kölsch (kölsches Halleluja von Händel, haha) und Karnevalsmusik auf Kirche umgetextet (Ich bin ene Räuber, leeve Herrjott…). Danach geht’s in den Pfarrsaal, wo bei Kölsch und Würstchen zu Vorführungen von Tanzgarde über Jugendchor St. Stephan geschunkelt wird. Das alles gab’s dieses Jahr vielleicht zum letzten Mal (zumindest die Messe), denn der Pfarrer geht in den Ruhestand. Wir schätzen uns deshalb besonders glücklich, in diesem Jahr dabei gewesen zu sein.






