Hier wird mal wieder gewählt. Wie so oft geht es vornehmlich wieder um lokale Themen. In Ohio stehen dieses Mal drei Themen zur Abstimmung (hinzu kommen je nach Wohnort noch lokalere Themen):
1. Ohio soll neue Wertpapiere herausgeben (und damit praktisch neue Schulden machen); der Erlös soll den Veteranen zugute kommen.
2. Es soll ein neues Gremium zur Aufsicht über die Viehhaltung eingerichtet werden.
3. Mal wieder die Casinos. Keine Wahl ohne eine Abstimmung über die Einrichtung von Casinos. Ohio soll vier Casinos bekommen (eines davon in Columbus). 33% des Erlöses soll der Staat als Steuern bekommen.
Das mit den Schuldscheinen ist mir relativ egal. Das Gremium zur Aufsicht über die Viehhaltung scheint Probleme zu haben, die auf den ersten Blick nicht klar ersichtlich sind – offenbar befürchten einige, dass neue Aufsichtsregelungen in erster Linie den großen Produzenten nützen und den kleinen unabhängigen Bauern das Leben schwer machen werden. Die Farm, von der wir unsere Eier beziehen spricht sich z. B. gegen dieses Issue aus.
Aber dieses Mal bin ich gegen die Casinos. Dass der State nur 33% bekommen soll ist ein absoluter Witz, gemessen daran, was andere States nehmen. Und das in Columbus geplante Casino sieht furchtbar schrottig aus und wird bestimmt nur die Armen und gelangweilte Rentner anziehen. Sogar die lokale Tageszeitung Columbus Dispatch ist gegen das Casino. Ich verstehe auch nicht, warum immer und immer wieder über die Casinos abgestimmt wird. Bisher waren die Wählerinnen und Wähler immer dagegen, aber aufgrund der schlechten wirtschaftlichen Lage könnte das Ergebnis diesmal anders ausfallen. Wenn’s wenigstens ein schönes Casino wäre und wenn der State wenigstens ordentlich die Hand aufhalten würde…
Insgesamt finde ich es aber gut, dass die Leute hier so oft direkt an solchen Entscheidungen beteiligt werden. Selbst wenn wir nicht mitwählen dürfen – taxation without representation gibt es hier eben genau wie in Deutschland.