Nun ist sie schon vorbei, unsere erste Reise mit dem Baby. Wir waren in Deutschland und kurz in Chicago, um Konsulatsangelegenheiten zu erledigen. Vor der Reise war mir mulmig – würden wir etwas vergessen, was Baby dringend auf dem Flug braucht? Würde Baby die Nacht zum Tag machen aufgrund von Jetlag? Würden wir völlig entnervt sein? Im Endeffekt ist alles sehr gut verlaufen, wir hätten uns gar nicht so viel sorgen müssen.
Der Flug: Wir sind mit Lufthansa über Chicago geflogen. Jeder ein Koffer, gemeinsam ein Rucksack Handgepäck, dazu Wickeltasche für das Baby, Kamera und Baby-Tragesystem. Das hat ganz gut funktioniert, viel mehr Gepäck hätten wir allerdings nicht herumschleppen mögen. Das Baby-Tragesystem hat sich ausgezahlt – sehr praktisch am Flughafen, beim Einsteigen ins Flugzeug, beim Gang ins Konsulat. In den USA durfte ich das schlafende Baby sogar bei der Sicherheitskontrolle im Tragesystem lassen (in Deutschland leider nicht).
Bei der Lufthansa durften wir vor allen anderen boarden (die bösen Blicke der Business-Class ständig im Rücken), zwei Flugbegleiter haben sich sofort rührend um alles gekümmert. Bei Start und Landung wurde das Baby mit einem extra Gurt an mir festgeschnallt. Wir hatten Bulkhead-Sitze (hinter dieser Wand, wo die Toilette ist) mit superviel Beinfreiheit, eigenen Entertainment-Systemen und vor allem der Möglichkeit, ein Babybett anzubringen. Dieses wurde sofort nach dem Start gebracht und mit Decken, Kissen und einem kleinen Verdeck gemütlich gemacht. Immer wieder hat man nach uns gesehen, Baby hat den Großteil des Fluges sehr gut in seinem Bettchen geschlafen und auch bei Start und Landung kaum Probleme gemacht. Eine der Toiletten im Airbus A 330 ist behindertengerecht und damit besonders groß, dort ist das Wickeln am angenehmsten. Dank einer dicken Stoff-Nachtwindel mit mehreren Einlagen war das aber nicht sehr oft nötig.
Bei United (auf der Columbus-Chicago-Strecke) war das Fliegen natürlich weniger angenehm, aber auch hier durften wir früh boarden (allerdings nur auf Anfrage, was denn die policy für family boarding sei). Baby hat auf beiden kurzen Strecken komplett durchgeschlafen.
Die Wickeltasche war prall voll mit haufenweise Windeln, Feuchttüchern, Wechselklamotten fürs Baby, mobiler Wickelunterlage, Ersatzschnuller an Kette, Cremes für alle Eventualitäten, Decke fürs Baby etc. Vergessen haben wir nichts, gebraucht haben wir das Meiste – Erfolg.
Jetlag: Wir sind in Columbus gegen Mittag aufgebrochen. Baby hat auf der Strecke nach Chicago geschlafen, war in Chicago am Flughafen wach, beim Einsteigen in den Airbus schlecht gelaunt. Hat fast den ganzen Hinflug geschlafen, mit nur ein oder zwei Trinkpausen, ist dann eine Stunde vor der Landung aufgewacht. In Neuss hat Baby uns trotzdem einen Mittagsschlaf gegönnt und auch selber geschlafen. In der ersten Nacht hat J. fast vierzehn Stunden geschlafen (natürlich mit mehrfachem Aufwachen), so dass wir uns gut erholen konnten. Nach zwei bis drei Tagen hatte er dann einen neuen Nachtrythmus. Auf dem Rückflug hat Baby wieder sehr viel geschlafen, wenn auch nicht so viel wie hin (es war ja auch Tag). Im Hotel in Chicago ist er dann sehr oft aufgewacht (alle 2 Stunden?), aber jedes Mal schnell wieder eingeschlafen. In Columbus hat er selig gelächelt, als wir ihn in sein eigenes Bettchen gelegt haben und hat schnell einen Rhythmus gefunden, leider etwas nachteiliger für uns als vor der Reise. Andererseits hat er auch schon eine Nacht durchgeschlafen seither. Einen Tag nach dem langen Flug war J. jeweils schlecht gelaunt und hat viel geweint. Alles in allem hätte es aber schlimmer kommen können. Wir waren mehr müde als sonst, weil wir nie die Gelegenheit hatten, den Jetlag mal richtig wegzuschlafen. Außerdem macht J. auch keinen Unterschied darin, ob der Flug über Nacht nach Osten oder über Tag nach Westen geht.
In Deutschland haben wir netterweise Autositz, Kinderwagen und Reisebettchen geliehen bekommen. Unseren Autositz hätten wir nicht mitnehmen mögen – die Normen sind sowieso verschieden, so dass amerikanische Autositze in Deutschland nicht zugelassen sind und umgekehrt. Auf dem Flug hätte ich Baby auch nicht die ganze Zeit in den Sitz sperren mögen (und J. hätte das sicherlich auch nicht gemocht). Den Sitz aufgeben birgt außerdem das Risiko, dass er unbemerkt kaputt geht (intern). Ein Reisebett für J. haben wir (noch?) gar nicht. Beim Kinderwagen hatten wir kurz überlegt, ob wir ihn mitnehmen und am Gate aufgeben sollen. Ich bin aber sehr froh, dass wir das nicht gemacht haben. Am Flughafen wäre der Kinderwagen keine große Hilfe gewesen. J. liegt außerdem noch in der Babywanne, und die wäre sowieso zu sperrig gewesen – man hätte ihn in den waagerecht gestellten Sitz schnallen müssen. Wie wir den Kinderwagen im Berufsverkehr in Chicago in den El hätten kriegen sollen, weiß ich auch nicht – und auch das Konsulat hätte keinen geeigneten Parkplatz gehabt. Zur Not wäre es auch ganz ohne Kinderwagen gegangen, nur mit Tragesystem. Aber es war natürlich super, dass wir so gut ausgerüstet waren.
