So viele “firsts” – Babys erster Flug, erstes Mal in Deutschland, in Neuss, in Köln, bei den Großeltern zu Hause, bei der Oma zu Hause, die Urgroßeltern kennen gelernt, die Tante kennen gelernt, Cousin und Cousine kennen gelernt, den Dom besucht, unsere Patenkinder kennen gelernt, den Weihnachtsmarkt besucht…

Baby auf dem Weihnachtsmarkt

Die Liste könnte noch lange so weiter gehen.

Neu aufgefallen: In den USA ist es selbstverständlich, dass es auf jeder Toilette einen Wickeltisch gibt, und zwar sowohl bei den Damen als auch bei den Herren (meistens so ein Klappdings an der Wand). Und zwar überall – vom Flughafen bis zum kleinsten Café. In Deutschland gibt es bei den Herren offensichtlich schon aus Prinzip NIE einen Wickeltisch und es gibt erstaunlich viele Orte, wo es auch bei den Damen keinen gibt. Verblüffenderweise sieht man selbst in Ohio wesentlich mehr Leute mit Babys in Tragetüchern oder Tragesystemen herumlaufen als im Rheinland. Die Babyklamotten sind auch in Deutschland häufiger hellblau oder hellrosa als mir lieb ist. Bei Naturata in Köln haben wir zufällig Stoffwindeln gesehen und wenn das typisch ist wundert mich nicht, warum die hier so viel beliebter sind – waren viel teurer als hier und sahen vergleichsweise primitiv aus. In beiden Ländern fühlen sich Passanten gleichermaßen berechtigt, Kommentare abzugeben – erstaunlich, woher Fremde immer wissen wollen, ob das Baby gerade Hunger hat, friert, nicht gerne getragen wird, lieber woanders sein will etc. (und solche Kommentare kommen auch, wenn das Baby gerade friedlich schläft und keineswegs nur, wenn es schreit).

Unangenehmer Abschluss der Reise war der Besuch beim deutschen Generalkonsulat in Chicago. Nach fast zehnstühndigem Flug von Düsseldorf nach Chicago haben wir eine Nacht in einem Flughafenhotel verbracht. Dort hat man anderthalb Stunden gebraucht, uns das vorreservierte Babybettchen zu bringen und Baby hat sehr unruhig geschlafen. Dann ging’s im Berufsverkehr per U-Bahn in die Innenstadt (eine gute Stunde Fahrt), dann zu Fuß ins Konsulat. Dort muss man immer einen Platz aufrücken, wenn der nächste dran ist – sehr unpraktisch mit Baby und Handgepäck. Auch brauchte man Unterlagen, die nicht auf der Liste standen, nämlich die Abmeldebestätigung von Michael und mir. Wenigstens dürfen wir die per Post nachreichen. Danach wieder zurück zum Flughafen, mit dem Shuttlebus die Koffer holen – und nie mehr einen Platz zum Liegen für das Baby. Abends dann Rückflug nach Columbus. Man könnte die Beantragung eines Ausweises auch einfacher gestalten – vielen Dank, deutscher Staat!