Glücklicherweise ist Michaels Job nicht nur mit einem Gehalt, sondern auch mit verschiedenen Benefits verbunden. Als Benefit zählt z. B., dass es eine Krankenversicherung gibt, die alle Angestellten dieser Firma aufnimmt, dass der Arbeitgeber eine Zuzahlung zu den monatlichen Kosten macht und dass auch Familienangehörige auf diese Weise versichert sind. Einmal im Jahr werden die Benefits fürs nächste Jahr vorgestellt und man darf/ muss aus verschiedenen Optionen wählen. Diese Zeit ist genau… jetzt.
Neben mir liegt also eine Broschüre, die sicher viel leichter zu verstehen wäre, wenn Englisch meine Muttersprache wäre und/ oder ich mich besser mit dem amerikanischen Gesundheits- und Versicherungssystem auskennen würde. Sicko gesehen zu haben zählt nicht. Natürlich haben wir auch schon Benefits gewählt, als wir hergekommen sind, aber es gibt einige Änderungen/ Teuerungen und deshalb muss man gründlich überlegen.
1. Krankenversicherung (Health Plan). Hier gibt es im Wesentlichen zwei Optionen. Bei der einen, die wir bisher haben, darf man nur zu Ärzten, Notaufnahmen usw. gehen, die im Netzwerk sind (außer man ist schon halbtot, dann darf man eine Ausnahme machen). Immer wenn man das macht, zahlt man einen festen Betrag zu, z. B. $15 pro Arztbesuch oder $75 in der Notaufnahme. Es gibt außerdem ein jährliches Maximum für die Zuzahlungen, wenn das überschritten ist, zahlt die Versicherung. Bei der anderen Option darf man auch zu Ärzten außerhalb des Netzwerks, was für Reisen und Notfälle sicher vorteilhaft ist. Dafür zahlt man aber 10% der Kosten bis zu einem jährlichen Maximum und hat einen Selbstbehalt pro Jahr. Dieser Plan ist monatlich außerdem ein bisschen teurer als der andere.
2. Medikamente (Prescription Drug Plan). Dieser Plan ist Teil der Krankenversicherung. Hier gibt es offensichtlich nicht viel zu wählen, dafür wird aber alles teurer. Die Medikamente sind in drei Gruppen eingeteilt (keine Ahnung, nach welchem Prinzip). Zu Medikamenten in der ersten Gruppe zahlt man $9 zu, zu solchen aus der zweiten Gruppe 30% des Preises bis $50 und zu solchen aus der dritten Gruppe 50% des Preises bis zu $100. Hier wird es spannend, herauszufinden, in welcher Gruppe die Sachen sind, die man regelmäßig braucht (Asthma!). Aber der Server der Krankenkasse ist gerade überlastet, so dass ich es noch nicht herausfinden kann.
3. Zahnversicherung (Dental Plan). Hier gibt es nur einen Plan und man kann nur wählen, ob man den möchte und dafür monatlich etwas vom Gehalt abziehen lassen will oder nicht. Das ist einfach, den wählen wir, denn Zahnärzte sind in der Krankenversicherung nicht enthalten.
4. Vision Plan (Augenarzt usw.). Hier schenkt Michaels Arbeitgeber uns einen augenärztlichen Checkup pro Jahr. Gegen einen zusätzlichen Betrag gibt es Zuzahlungen zu Brillen usw. Das haben wir bisher nicht, denn wenn man den monatlichen Betrag anspart, kann man sich bald selber die Brille kaufen. Ich hoffe, dass ich an dieser Stelle nicht etwas Wichtiges übersehe und dass die normale Krankenversicherung augenärztliche Notfälle auch zahlen würde.
5. Flexible Spending Account für Health Care. Es ist möglich, ein spezielles Konto einzurichten, auf das etwas aus dem noch nicht versteuerten Gehalt eingezahlt werden kann, um damit Ausgaben für die eigene Gesundheit zu bestreiten. Dieses Geld MUSS man aber innerhalb des Jahres auch ausgeben. Man bekommt eine eigene EC-Karte für das Konto und damit macht man dann die Zuzahlungen. Man kann damit auch frei verkäufliche Medikamente wie Allergietabletten, Aspirin usw. bezahlen. So spart man Steuern und senkt das zu versteuernde Einkommen u. U. auf einen niedrigeren Steuersatz. Man muss entscheiden, wie viel Geld man auf das Konto einzahlen möchte.
6. Life Insurance. Michaels Arbeitgeber zahlt eine Risikolebensversicherung, die drei Jahresgehälter auszahlen würde. Man muss entscheiden, ob einem das reicht oder ob man die Versicherungssumme erhöhen möchte. Man muss auch entscheiden, ob der Ehepartner auch versichert werden soll.
Uff, so viele Entscheidungen auf so wackeligem Wissen basierend! Während Sicko natürlich keine Entscheidungsgrundlage liefert hat mich der Film aber doch ängstlich gemacht bezüglich der Krankenversicherung. Es scheint ja, als könne man sich allerlei Probleme einhandeln, selbst wenn man (wie wir) versichert ist. Andererseits können wir uns glücklich schätzen, dass der Arbeitgeber so viele Benefits bereit stellt. Viele Arbeitgeber geben gar keine Benefits, dann kann man schauen, wie man klar kommt.