Am Labor Day, also am Montag, sind wir in die Hocking Hills gefahren. Bei zwei früheren Besuchen hatten wir von den vielen Stellen im Hocking Hills State Park bereits die Hauptsehenswürdigkeit Old Man’s Cave sowie Ash Cave und Cedar Falls gesehen. Diese drei Orte sind auch durch einen Fernwanderweg verbunden – sie sind Teil des Buckeye Trails.
Zum Hocking Hills State Park gehören aber auch Cantwell Cliffs, Rock House und irgendwie auch die State Nature Preserve Conkle’s Hollow. Diese Orte sind meines Wissens nicht durch Wanderwege verbunden. Man muss also mit dem Auto von Ort zu Ort fahren und kann dann jeweils eine Wanderung vor Ort unternehmen.
Cantwell Cliffs ist der nördlichste der Orte und in einer guten Stunde von Columbus aus zu erreichen. Hier gibt es Wanderwege in und oberhalb einer Schlucht. Besonders riesig ist Cantwell Cliffs nicht – wir sind den halben Weg in der Schlucht gegangen und dann oberhalb der Schlucht wieder zurück (s. diese Karte) und haben nicht lange gebraucht. Insgesamt waren wir keine Stunde bei Cantwell Cliffs, und davon haben wir einen guten Teil im Regen unter einem der Felsvorsprünge gestanden. An einigen Stellen sah es so aus, als ob es dort einen Wasserfall gibt, aber am Sommerende war der offenbar trocken. Insgesamt fand ich Cantwell Cliffs ganz schön, aber typisch Hocking Hills – also auch nicht sehr unterschiedlich von den Wanderwegen um Old Man’s Cave oder Cedar Falls.

Der Regen war zum Glück nur ein starker Schauer – danach hatten wir den ganzen Tag Sonne. Nächster Halt war Rock House. Hier ist der Wanderweg wirklich sehr kurz und eher ein Spaziergang (wenn auch über Felsen). Hauptattraktion dieses Ortes ist das Rock House selbst, also diese Höhlen:


Hauptattraktion unseres Besuchs in den Hocking Hills war aber eindeutig Conkle’s Hollow. Conkle’s Hollow ist eine tiefe, bewaldete Schlucht, an der es mehrere Wasserfälle gibt (um diese Jahreszeit leider alle trocken). Es gibt einen breiten Spazierweg auf dem Boden der Schlucht zum Wasserfall am Schlucht-Ende (ca. 800 Meter), der „accessible“ ist, also auch von Familien mit Kinderwagen oder Rollstuhl genutzt werden kann, zumindest laut Schild am Einfang der Schlucht. Diesen Weg haben wir nicht weiter beachtet, sondern stattdessen den Rim Trail gewählt (ca. 3.2 km). Der Rim Trail führt am oberen Rand der Schlucht um die ganze Schlucht herum. Vom Auf- und Abstieg abgesehen gibt es dabei wenig Steigung. Der Weg geht häufig direkt auf dem Fels am Rand der Schlucht entlang. Der Weg ist breit genug, als dass man sich immer sicher fühlt, aber ein Geländer oder andere Absperrung gibt es zur Schlucht hin nicht. Wenn es nass oder eisig ist, sollte man sich das vielleicht lieber noch mal überlegen. Insgesamt abschrecken lassen sollte man sich aber keinesfalls, denn der Weg hat atemberaubende Aussichten auf die Schlucht und die Hügel und hier muss ich einfach noch mal wiederkommen, wenn die Blätter bunt sind, denn in Conkle’s Hollow hat man bestimmt die allerbeste Aussicht darauf.
Solche Stellen gibt es auf dem Trail häufiger…

… und hier ein Blick auf den Trail selbst:

Manchmal geht es nur durch den Wald, aber immer wieder kann man auf die andere Seite der Schlucht oder auch nach unten direkt in die Schlucht sehen.




Conkle’s Hollow ist vielleicht der schönste Ort in den Hocking Hills. Wir waren beide sehr beeindruckt. Am Abend waren wir dann noch im Inn & Spa at Cedar Falls essen. Dort gibt es ein Restaurant in einer alten Blockhütte mit einer wunderschönen Terrasse am Garten. Die Karte wechselt nach Saison und man muss ein Menü essen (Hauptgericht mit Suppe, Salat und Brotteller). Das Essen war wirklich sehr gut, die Atmosphäre dort ist auch ganz wunderbar und insgesamt lohnt das Restaurant genau wie die Hocking Hills selbst.
Gegen Ende unserer Mahlzeit hörte man dann das erste Donnergrollen und auf dem Rückweg nach Columbus sind wir in ein heftiges Gewitter geraten, inklusive seltsamer schwarzer Wölkchen, die scheinbar vom Boden zum Gewitter hochwirbelten (zum Glück nicht ganz nah und von uns weg ziehend). Da hatten wir wirklich Glück gehabt mit dem Wetter, denn in Conkle’s Hollow hätte ich von so etwas nicht überrascht werden mögen.