Weil uns der Mohican Pow-wow letztes Jahr so gut gefallen hatte, sind wir dieses Jahr noch mal hingefahren. Leider war das Wetter dieses Mal weit schlechter, aber es ging so gerade noch.

Hauptsächliche Sehenswürdigkeit sind die verschiedenen Tänze, aber es gab auch wieder Buden mit Essen und mehr oder weniger indianischem Kram. Außerdem hat eine ältere Dame demonstriert, wie man den Tomahawk wirft und der Geschichtenerzähler war auch wieder da. Diese Geschichten und Legenden gefallen mir am Besten! Hier ein paar Fotos der Veranstaltung:

Native American Dancer

Hoop Dancer

Federschmuck

Aztec Drum Player

Schädel

Am Labor Day, also am Montag, sind wir in die Hocking Hills gefahren. Bei zwei früheren Besuchen hatten wir von den vielen Stellen im Hocking Hills State Park bereits die Hauptsehenswürdigkeit Old Man’s Cave sowie Ash Cave und Cedar Falls gesehen. Diese drei Orte sind auch durch einen Fernwanderweg verbunden – sie sind Teil des Buckeye Trails.

Zum Hocking Hills State Park gehören aber auch Cantwell Cliffs, Rock House und irgendwie auch die State Nature Preserve Conkle’s Hollow. Diese Orte sind meines Wissens nicht durch Wanderwege verbunden. Man muss also mit dem Auto von Ort zu Ort fahren und kann dann jeweils eine Wanderung vor Ort unternehmen.

Cantwell Cliffs ist der nördlichste der Orte und in einer guten Stunde von Columbus aus zu erreichen. Hier gibt es Wanderwege in und oberhalb einer Schlucht. Besonders riesig ist Cantwell Cliffs nicht – wir sind den halben Weg in der Schlucht gegangen und dann oberhalb der Schlucht wieder zurück (s. diese Karte) und haben nicht lange gebraucht. Insgesamt waren wir keine Stunde bei Cantwell Cliffs, und davon haben wir einen guten Teil im Regen unter einem der Felsvorsprünge gestanden. An einigen Stellen sah es so aus, als ob es dort einen Wasserfall gibt, aber am Sommerende war der offenbar trocken. Insgesamt fand ich Cantwell Cliffs ganz schön, aber typisch Hocking Hills – also auch nicht sehr unterschiedlich von den Wanderwegen um Old Man’s Cave oder Cedar Falls.

Blumen auf Fels bei Cantwell Cliffs

Der Regen war zum Glück nur ein starker Schauer – danach hatten wir den ganzen Tag Sonne. Nächster Halt war Rock House. Hier ist der Wanderweg wirklich sehr kurz und eher ein Spaziergang (wenn auch über Felsen). Hauptattraktion dieses Ortes ist das Rock House selbst, also diese Höhlen:

Rock House in Hocking Hills, Ohio

Rock House

Hauptattraktion unseres Besuchs in den Hocking Hills war aber eindeutig Conkle’s Hollow. Conkle’s Hollow ist eine tiefe, bewaldete Schlucht, an der es mehrere Wasserfälle gibt (um diese Jahreszeit leider alle trocken). Es gibt einen breiten Spazierweg auf dem Boden der Schlucht zum Wasserfall am Schlucht-Ende (ca. 800 Meter), der „accessible“ ist, also auch von Familien mit Kinderwagen oder Rollstuhl genutzt werden kann, zumindest laut Schild am Einfang der Schlucht. Diesen Weg haben wir nicht weiter beachtet, sondern stattdessen den Rim Trail gewählt (ca. 3.2 km). Der Rim Trail führt am oberen Rand der Schlucht um die ganze Schlucht herum. Vom Auf- und Abstieg abgesehen gibt es dabei wenig Steigung. Der Weg geht häufig direkt auf dem Fels am Rand der Schlucht entlang. Der Weg ist breit genug, als dass man sich immer sicher fühlt, aber ein Geländer oder andere Absperrung gibt es zur Schlucht hin nicht. Wenn es nass oder eisig ist, sollte man sich das vielleicht lieber noch mal überlegen. Insgesamt abschrecken lassen sollte man sich aber keinesfalls, denn der Weg hat atemberaubende Aussichten auf die Schlucht und die Hügel und hier muss ich einfach noch mal wiederkommen, wenn die Blätter bunt sind, denn in Conkle’s Hollow hat man bestimmt die allerbeste Aussicht darauf.

Solche Stellen gibt es auf dem Trail häufiger…

Michael in Conkle's Hollow

… und hier ein Blick auf den Trail selbst:

Rim Trail an Conkle's Hollow

Manchmal geht es nur durch den Wald, aber immer wieder kann man auf die andere Seite der Schlucht oder auch nach unten direkt in die Schlucht sehen.

Conkle's Hollow

Conkle's Hollow

Conkle's Hollow

Wald in Conkle's Hollow

Conkle’s Hollow ist vielleicht der schönste Ort in den Hocking Hills. Wir waren beide sehr beeindruckt. Am Abend waren wir dann noch im Inn & Spa at Cedar Falls essen. Dort gibt es ein Restaurant in einer alten Blockhütte mit einer wunderschönen Terrasse am Garten. Die Karte wechselt nach Saison und man muss ein Menü essen (Hauptgericht mit Suppe, Salat und Brotteller). Das Essen war wirklich sehr gut, die Atmosphäre dort ist auch ganz wunderbar und insgesamt lohnt das Restaurant genau wie die Hocking Hills selbst.

Gegen Ende unserer Mahlzeit hörte man dann das erste Donnergrollen und auf dem Rückweg nach Columbus sind wir in ein heftiges Gewitter geraten, inklusive seltsamer schwarzer Wölkchen, die scheinbar vom Boden zum Gewitter hochwirbelten (zum Glück nicht ganz nah und von uns weg ziehend). Da hatten wir wirklich Glück gehabt mit dem Wetter, denn in Conkle’s Hollow hätte ich von so etwas nicht überrascht werden mögen.

Am Sonntag sind wir zum Dawes Arboretum gefahren, einem forstbotanischen Garten westlich von Columbus (ca. 45 Minuten Fahrzeit, meist auf dem Interstate und deshalb sehr unproblematisch zu erreichen). Eintritt frei!

Das Gelände ist groß genug, um einen Auto-Rundweg anzubieten, auf dem auch allerlei Leute in Pickups und SUVs im Schritt-Tempo durch den Park gefahren sind um sich die Bäume aus dem Autofenster heraus anzuschauen. Typisch europäisch haben wir das Auto am Visitors Center geparkt und sind stattdessen lieber gute zweieinhalb Stunden lang durch den Park gewandert. Der große Wanderweg durch den Park ist lang, aber nicht anstrengend. Meist geht man über Wiesen, auf und ab geht es kaum, und die Autofahrer sieht man nur selten vom Weg aus.

Am Visitors Center gibt es einen Garten mit Pflanzen, die Schmetterlinge und Vögel anlocken sollen (und Futterstellen für die Vögel).

Schmetterling im Dawes Arboretum

Vögel im Dawes Arboretum

Teile des Arboretums sind natürlich gewachsener Wald und deshalb schön schattig. Manche Bäume waren mit Pilzen bewachsen. Im Wald gibt es auch einen alten Friedhof und eine alte Hütte.

Pilze auf Baumstumpf

Friedhof im Dawes Arboretum

Hütte im Dawes Arboretum

Ein großer Teil des Parks ist aber bewusst angelegt und besteht meist aus Wiese, auf der Bäume und Sträucher einzeln oder in Gruppen so angepflanzt sind, dass man sie auch gut sehen kann. An diesen Bäumen sind dann auch Schilder, so dass man die Namen der Bäume lernen kann. Einige Bäume haben sich sogar schon teilweise verfärbt.

Baum im Dawes Arboretum

Halb verfärbter Baum im Dawes Arboretum

Über die Wiesen mit den Bäumen gelangt man zum Beispiel zu einem See, einem Aussichtsturm, einem japanischen Garten, einem Wetland oder einem Azaleen-Garten. So ist die Wanderung ziemlich abwechslungsreich und es gibt immer etwas Neues zu sehen.

See im Dawes Arboretum

Hier der Blick vom Aussichtsturm auf den gepflanzten Schriftzug „Dawes Arboretum“:

Dawes Arboretum

Hier der japanische Garten (der m. E. der schwächste Teil des Parks ist – da hab ich nämlich schon viel schönere gesehen):

Japanischer Garten im Dawes Arboretum

Insgesamt hat mir das Dawes Arboretum extrem gut gefallen. Im Herbst ist es dort sicher besonders schön, aber selbst im Winter müsste man dort gut spazieren gehen können. Die Lage in der Nähe des Interstate und die relativ flachen, breiten Wege müssten für den Winter besonders günstig sein. Wir kommen bestimmt noch mal dorthin zurück.

Es folgt: Hocking Hills, insbesondere Conkle’s Hollow.

Wie schon angekündigt sind wir dieses Jahr am Labor Day Wochenende nicht verreist, sondern haben stattdessen Tagesausflüge zu Zielen gemacht, die wir bisher noch nicht gesehen hatten. Am Samstag ging es nach Athens, Ohio, einer kleinen Universitätsstadt etwa anderthalb Stunden südöstlich von Columbus.

Die halbe Stadt besteht aus dem Campus der Ohio University, die die älteste Uni in Ohio und eine der ältesten in den USA überhaupt ist. Der Campus ist sehr grün, überall Bäume und Wiesen mit kleinen Backsteinhäusern dazwischen. Sieht hübsch aus.

Ohio University Campus in Athens, Ohio

Am Samstag war der erste Tag der College-Football-Saison. Das Team der Ohio University sind die Bobcats, deren Band sich in Gruppen verteilt auf dem Campus schon mal warmgespielt hat. Karten für das Spiel am selben Abend hätte man auch noch kaufen können. Ganz anders als in Columbus, wo die Spiele der Buckeyes in der Regel ausverkauft sind und die Karten auf dem Schwarzmarkt für hunderte Dollar gehandelt werden (und das, obwohl das Stadion über 100.000 Leute fasst). Die Buckeyes haben übrigens am Samstag gegen das Team der Navy gewonnen.

Ohio University Bobcat Mascot

In der Nähe des Campus hat Athens noch ein kleines Stadtzentrum, das im Wesentlichen aus zwei Straßen mit kleinen Läden und Cafés (viele davon auf studentisches Publikum ausgerichtet) besteht. In Athens oder zumindest ganz in der Nähe sind wohl früher viele Ziegelsteine produziert worden, die im Pflaster der Stadt verbaut sind.

Athens Ziegelsteine in Athens, Ohio

Zwischen den Uni-Buchhandlungen gibt es in Athens auch einen beinahe authentischen Diner (der allerdings nicht wirklich alt ist).

Diner in Athens, Ohio

Athens liegt ganz in der Nähe der Hocking Hills und entsprechend ist die Gegend dort auch hügelig. Nah an der Stadt liegt der Strouds Run State Park, den wir am Nachmittag noch besucht haben. Mittelpunkt des Parks ist dieser See:

See im Strouds Run State Park

Irgendwo gibt es einen Strand, aber angenehmerweise hat man keine Motorboote, Jet-Skis oder dergleichen auf dem See gesehen (wie es sonst hier häufig der Fall ist). Um den See herum gibt es Wanderwege, Mountainbike-Trails, Reitwege etc. Wir sind nur den Indian Mound Trail gegangen, ein Mini-Rundweg für den das Wort „wandern“ übertrieben scheint. Dabei kommt man an einer der vielen indianischen Erd-Aufschüttungen vorbei, die vielleicht Gräber oder zeremonielle Stätten sind (so genau weiß man das offenbar nicht) und die schon arg zerrüttet aussah. Deshalb hier lieber noch mal ein Foto vom See:

Strouds Run State Park bei Athens, Ohio

Es folgt: Ein Bericht über den Besuch im Dawes Arboretum am Sonntag.

Das Wetter ist immer noch schön (wenn auch nicht so heiß wie in den Vorjahren), aber so langsam geht der Sommer wohl doch zu Ende. Am kommenden Wochenende ist Labor Day (hurra, ein Feiertag – am Montag) und das lange Wochenende gilt als Herbstanfang. Wegfahren werden wir dieses Jahr nicht. Stattdessen wollen wir Tagesausflüge in die Umgebung unternehmen (Athens, Dawes Arboretum, Hocking Hills).

Diese Woche haben wir aber noch ein paar Sommer-Vergnügen gehabt: Ich war mit A. tagsüber die letzten Himbeeren pflücken in einer absolut traumhaften Gegend nordöstlich von Columbus, wo es hügelig und idyllisch aussieht und wo sogar ein paar Amish wohnen. Und Michael und ich waren noch mal beim Baseball. Baseball ist ein richtiger Sommersport, dies ist die letzte Woche der Saison.

Huntington Park Baseballstadion

Baseball

Huntington Park Baseballstadion

Mond über Stadion

Nach der Baseball-Saison kommt die Football-Saison, die im Herbst stattfindet. Die Jahreszeiten sind hier sehr ausgeprägt, nicht nur wegen des Wetters!

Time flies: einige Veranstaltungen konnten wir nun schon drei Mal (!) besuchen seit wir hier sind. Zum Beispiel die Ohio State Fair, wo es wieder die Butterkuh zu sehen gab:

Butterkuh auf Ohio State Fair 2009

Ich finde die State Fair immer noch ganz unterhaltsam, aber langsam nutzt sie sich schon ein bisschen ab, weil es ja doch jedes Jahr das Gleiche ist. Und in diesem Jahr war es sehr schwül als wir dort waren. Die State Fair enthält allen Ernstes ein kleines Zelt mit Freak Show. Ich hätte ja gedacht, so was gibt es schon seit fünfzig Jahren nicht mehr (und aus gutem Grund!). Tja, in Ohio gibt es so manches.

Freak Show auf Ohio State Fair 2009

Dazu natürlich die üblichen Karussells, Tiere und Skulpturen:

Adler auf Ohio State Fair 2009

Ohio State Fair 2009

Und Schweinerennen. Die können ganz schön schnell sein.

Schweinerennen auf Ohio State Fair 2009

Am Wochenende haben wir eines der wenigen Sommer-Festivals in Columbus ausprobiert, das wir bisher noch nicht kannten. Im Gegensatz zu vielen anderen Festivals kostet das Jazz & Rib Fest keinen Eintritt. Und es ist sogar in Laufweite. Jedenfalls gibt es da 3 Bühnen mit jazziger Musik…

Jazz & Ribs: Jazz

… und natürlich haufenweise Buden mit Grillgut. Und zwar mit richtigem BBQ à la Südstaaten, wo in schweren Öfen drei Tage lang ein ganzes Schwein gegrillt wird und es dazu dann hausgemachte Barbecue-Sauce gibt. Die meisten Buden boten neben den Rippchen noch pulled pork Sandwiches und Hühnchen. Welche der vielen Buden die beste ist ist nicht leicht zu erkennen: Jede Bude ist mit Preisen und Trophäen behängt, die anzeigen, auf welchen BBQ-Festivals sie bisher Preise gewonnen hat – von der besten Sauce zum Publikumspreis im Vorjahr bis zum „Kid’s Favorite“. Mein Sandwich war jedenfalls sehr lecker!

Jazz & Ribs: Ribs

P.S.: Fotos diesmal nur vom Handy, deshalb in fragwürdiger Qualität. Besser als gar keine…

Letztes Jahr fand ich das Comfest auch schon ganz toll, aber Michael war auf Konferenz und konnte das Fest des Jahres in Columbus deshalb nicht mitkriegen. Dieses Jahr ist die Konferenz erst später und so konnten wir an einem heißen, aber nicht zu schwülen Sommerwochenende das nahe gelegene Fest ausgiebig genießen!

Comfest Collage

Die vielen Vorzüge des Comfest umfassen: freier Eintritt, Bierausschank trotz Familienfreundlichkeit, Bierausschank mit nicht nur Bud (sondern Columbus Brewing Company Bier), haufenweise Essen von Restaurants aus der Gegend (von vegan bis jamaikanisch), sechs Bühnen mit teilweise richtig gutem Musikprogramm (3 Tage lang von Mittags bis Abends von Country bis Rap), haufenweise Buden zum alternativen Columbus (Regenwasser sammeln, für umfassenden Aufklärungsunterricht an den Schulen unterschreiben, Pflanzen für Schmetterlingsgärten kaufen), haufenweise Einkaufsmöglichkeiten abseits der Mall (viele schöne T-Shirts, Babysachen in anderen Farben als rosa/ blau, geschnitztes Spielzeug, Hippiekram), man sieht Leute aus allen Bevölkerungsschichten/ allen Alters/ erfreulich unterschiedlich gekleidet (Batikhemd, wallendes Blumenkleid, Punk, von oben bis unten tätowiert, halbnackt, body-painted). Prime People Watching! Die Bier-Becher werden verkauft und sind wieder zu verwenden (was auch die meisten beherzigen). Man kann auf einer Decke im Park liegen, wie am Aachener Weiher, bloß ohne Grill. Wir haben Einradfahrer, Leute mit Feuerrädern, Frisbeespieler, Skater und Jonglierer gesehen. Das ganze Fest wird nicht-kommerziell durch ehrenamtliche Helfer/innen organisiert und von vielen lokalen Unternehmen unterstützt. Na bitte, geht doch. Columbus könnte so ein Wochenende öfter vertragen!

Wir überlegen, Mitglied beim lokalen YMCA zu werden. Im Ernst. Wegen der Fitness. So langsam zeigt sich nämlich, was im Grunde ja eh jeder weiß: Hier sitzt man ständig auf dem Hintern. Ich behaupte mal, dass wir relativ gesund essen und mehr als die meisten hier zu Fuß gehen, aber trotzdem. Im Sommer vor zwei Jahren hier angekommen hatten wir zunächst ganz andere Probleme. Im ersten Winter bin ich dann öfters zum Punk Rock Aerobics in der nahegelegenen Kneipe gegangen. Im zweiten Sommer waren wir dann sehr viel draußen unterwegs. Und im zweiten Winter auch viel mehr als im ersten. Aber ein ausgedehnter Spaziergang pro Woche reicht eben auch nur so weit. Also: Es muss Sport gemacht werden.

Unser erster Gedanke war, das kostenlose Fitness-Studio bei Michaels Arbeitgeber zu nutzen, weil es eben kostenlos ist. Irgendwie haben wir das dann aber immer verschoben und bei genauerem Nachdenken stellt sich diese Idee als nicht sehr praktisch heraus: Wenn wir beide dorthin gehen wollen, müssen wir entweder am Wochenende oder am Abend noch mal die halbe Stunde pro Strecke fahren oder ich muss Michael abholen und wir gehen dann. Dann kämen wir aber erst spät und hungrig nach Hause und müssten dann noch kochen und bis wir dann mal essen…. der Sieg der Faulheit ist bei dieser Option praktisch vorprogrammiert.

Alternative: Ein näher gelegenes Fitness-Studio. In unserem Viertel gibt es genau eines, an der Hauptstraße. Das wirkt aber deprimierend: Alle Geräte auf engstem Raum zusammengepfercht, fast keine Kurse und null Schnickschnack. Mit $35 pro Person und Monat nicht superteuer, aber für hiesige Verhältnisse für ein Paar auch nicht supergünstig. Und das bringt uns zum YMCA. Der hat im nahegelegenen Downtown nämlich ein großes Gebäude, das ein hübscheres und größeres Fitness-Studio beinhaltet. Dort gibt es mehrere Kurse von Yoga bis Kickboxen und noch dazu ein kleines Schwimmbecken (sehr kurz, aber hier gibt es nicht solch tolle Hallenbäder wie in Deutschland bzw. praktisch gar keine, also immerhin), einen Whirlpool und eine Dampfsauna. Das alles für ca. $72 pro Monat und Paar – Mitgliedschaftsgebühr für den YMCA. Familien zahlen kaum mehr und können dann noch allerlei Familien-Programme nutzen. Tatsächlich scheint der ganze YMCA in Columbus ausschließlich aus Sport- und Familienprogramm zu bestehen. Wenn man Mitglied wird, kann man auch die anderen YMCAs in den Vororten benutzen, wo es teilweise größere Schwimmbäder (auch Freibäder) und Kletterwände gibt. Klingt verlockend. Wahrscheinlich werden wir das wirklich mal testen – Bericht folgt!

Wie manche Leser/innen bereits wissen, besitzen wir eine umfangreiche Sammlung von Brett- und Kartenspielen, hauptsächlich aus Michaels Beständen. Und weil wir im Gegensatz zu vielen anderen Leuten hier unsere Bücher und Spiele großteils in offenen Regalen aufbewahren bekommen unsere Gäste das auch schnell mit. Ein erstaunlich großer Anteil spielt auch gerne mal und so kommt es, dass wir schon zu zahlreichen Spieleabenden eingeladen wurden.

Während in Deutschland ja Spiele wie die Siedler, Carcassone oder Bohnanza relativ bekannt sind, stellen sich viele hier unter einem Spiel eher Monopoly oder Scrabble vor – oder irgendein Partyspiel, das mit dem Beschreiben von Begriffen zu tun hat (vielleicht am ehesten wie Tabu). Mit den Wortspielen in einer fremden Sprache ist es allerdings so seine Sache, vor allem, wenn es darum geht, irgendetwas möglichst schnell zu erraten – das klappt oft nicht so gut. Eine weitere bekannte Spielekategorie hier sind langwierige Spiele wie Risiko oder Civilization. Es scheint aber, als ob die Leute, die prinzipiell nichts gegen Brettspiele haben von den aus Deutschland mitgebrachten Spielen von Siedler bis Bohnanza ganz angetan sind! Auch Mafia kommt gut an.

So ein Spieleabend ist hier vor allem im Winter immer gut – oder im Frühling, wenn der so verregnet ist wie in diesem Jahr.

Nächste Seite »