Mai 30, 2008
Tücken der Krankenversicherung
Posted by marzipan under Uncategorized | Schlagworte: Finanzen, Gesundheit |No Comments
Diese Woche kam ein Brief von der Krankenversicherung: Der Hausarzt, zu dem ich bisher gegangen war, wird von unserer Versicherung nicht mehr gedeckt. Dass man krankenversichert ist, heißt hier nämlich nicht, dass man einfach zu irgendeinem Arzt gehen kann. Nein, jede Versicherung hat ein eigenes Netzwerk von Ärzten, Krankenhäusern usw. und nur aus diesem darf man wählen. Wir konnten uns dabei zumindest bisher glücklich schätzen, denn das Netzwerk unserer Versicherung war in Columbus sehr groß. Laut einem Schreiben von Michaels Arbeitgeber droht die Versicherung jedoch (durch Briefe wie den an mich) das Netzwerk substantiell zu verringern. Verhandlungen sind im Gange, und der Arbeitgeber ist optimistisch, dass es nicht so weit kommen wird. Sollte das Netzwerk doch schrumpfen, wird der Arbeitgeber eine neue Versicherung suchen - dann müssen wir wechseln. Das alles bereitet mir Unbehagen und zeigt, wie riesig die Unterschiede im System sind.
Dabei können wir froh sein, dass wir (a) überhaupt eine Krankenversicherung haben, insbesondere dass ich auch versichert bin und (b) dass die Zuzahlungen relativ gering sind und das Netzwerk relativ groß. Es sieht hier nämlich so aus, dass man über die Arbeit krankenversichert ist - sofern der Arbeitgeber diesen “Benefit” anbietet. Falls er das tut, handelt die Firma mit einer Krankenversicherung bestimmte Konditionen für all ihre Mitarbeiter aus, die von Firma zu Firma sehr unterschiedlich ausfallen können. In unserem Fall bietet der Arbeitgeber die Wahl zwischen zwei Plänen. Der Plan, in dem wir sind, ist ein Netzwerk-Plan, bei dem man das Netzwerk nicht verlassen kann. Der Vorteil sind Zuzahlungen in fester Höhe pro Arztbesuch, Medikament, Krankenhausaufenthalt usw. sowie ein Deckel auf die Zuzahlungen, die man pro Jahr maximal leisten muss. Die Alternative wäre ein Plan, mit dem man (fast) überall hingehen kann. Man muss dann jedoch prozentual zuzahlen (also z. B. X% der Krankenhauskosten statt $Y). Außerdem zahlt die Versicherung erst, wenn man einen gewissen Betrag ausgegeben hat. Diese Alternative scheint uns zu unberechenbar und der sichere Weg in den finanziellen Ruin, falls wirklich mal etwas Schlimmes sein sollte. Wir werden also bei unserem Plan bleiben - falls der Arbeitgeber ihn weiterhin anbietet. Falls nicht, können wir nur hoffen, dass ein neuer, ebenso guter Plan kommen wird…