Zu Halloween gibt es so viele Aktionen, dass wir sie unmöglich alle in diesem Jahr bestaunen können. Es gibt etliche “Haunted Houses” und viele verschiedene Spezial-Führungen in Zoo, State House usw. Gestern haben wir an der Spooky South Walking Tour der Columbus Landmarks Foundation im südlichen Downtown teilgenommen. In Deutschland kann ich für wirklich interessante Stadtrundgänge in Köln und Bremen Stattreisen wärmstens empfehlen, die Columbus Landmarks Foundation ist meines Wissens die einzige Organisation in Columbus, die etwas Ähnliches anbietet. Die gestrige Tour stand ganz im Zeichen von Halloween und hat uns in verschiedene stattliche Viktorianische Häuser und ein Bestattungsunternehmen geführt. Alles war finster dekoriert und die sehr gut erzählten Gruselgeschichten spielten jeweils vor Ort. Die meiste Zeit waren wir in einigen Häusern, häufig sitzend, gelaufen sind wir vielleicht 500 Meter in drei Stunden - unter einer Walking Tour stelle ich mir eigentlich etwas anderes vor, aber die Häuser und Geschichten waren sehr interessant, also hat es sich gelohnt.

Nun ist es aber offenbar so, dass es in Columbus einige Leute gibt, die tatsächlich an Geister glauben! Erwachsene Menschen, allen Ernstes. Ich bin erschüttert - einige Leute wollten die Häuser allen Ernstes besuchen, weil sie daran glauben, dass es dort “wirklich” spukt! Die Toleranz gegenüber solchen Einstellungen scheint hier wesentlich größer zu sein als in Deutschland, denn wir haben schon öfters entsprechende Meinungen gehört - und die Umstehenden sind nie in lautes Gelächter ausgebrochen oder haben den Leuten einen Vogel gezeigt. Im Land of the free kann man offenbar problemlos öffentlich seine Marotten pflegen. In Köln habe ich jedenfalls noch nie jemanden getroffen, der die lokalen Spukgeschichten ernst nimmt und etwa in einer Neumondnacht die brennende Kutsche in der Altstadt sucht. Ich vermute, die umherlaufenden Betrunkenen würden einen herzlich auslachen!

Inzwischen sind auch wir gut gerüstet für Halloween. Für $7 haben wir eine riesige Tüte Mini-Süßigkeiten gekauft (vorsichtshalber die besseren, die wir zur Not auch gerne selber essen würden) und den auf der Farm gekauften Kürbis habe ich ausgehölt und ein Muster reingeschnitzt:

Kürbis bei Tag

Nun kann er im Dunkeln vor der Haustür stehen und leuchten - das zeigt den Kindern angeblich an, dass sie hier “Trick or Treat” machen dürfen:

Kürbis bei Nacht

Obwohl Halloween streng genommen ja erst am 31. Oktober ist, wird wohl dieses Wochenende schon viel gefeiert. In diesem Sinne: Happy Halloween!

Die Supermärkte und Kaufhäuser haben riesige Holiday-Abteilungen, von denen im Moment große Teile mit Halloween-Artikeln gefüllt sind, und an verschiedenen Ecken der Stadt öffnen ganze Halloween-Läden für die Saison. Hier ein Bild von einem winzigen Ausschnitt der Halloween-Abteilung bei Target:

Halloween-Abteilung bei Target

Ich frage mich wirklich, wer all diese Sachen kauft. Okay, es gibt Tüten mit Mini-Schokoriegeln, die man an die Kinder verschenkt. Aber es gibt auch speziell geformte Tüten, mit denen die Kinder die Süßigkeiten sameln gehen können (Kürbis, Katze, Skelettkopf), über-lebensgroße orange blinkende Katzen aus Zweigen, falsche Kürbisse mit Glitzer drauf, Styropor-Grabsteine für den Garten, Gespenster mit Fernbedienung (damit sie durch die Wohnung gleiten können), Geschirr und Abtrockentücher mit Halloween-Muster, und Planschbecken in Sargform mit lebensgroßem Skelett, um die Getränke für die Halloween-Party zu kühlen. Um nur mal ein paar Beispiele zu nennen. Das meiste davon ist billig gemacht, nur 2-3 Tage im Jahr zu gebrauchen und so groß, dass ich es nicht das ganze Jahr über irgendwo aufheben wollen würde. Erstaunlicherweise sind die richtigen Halloween-Läden offenbar etwas bescheidener in ihrer Auswahl an derartigen Dingen; sie konzentrieren sich eher auf Kostüme und führen viele, viele Dinge, die man in den Kölner Karnevalsläden auch finden würde (von diesen fiesen Schminkstiften bis zu Engelsflügeln und Piraten-Outfits). Sehr häufig haben wir auch Kostüme fürs Baby und den Hund gesehen.

Wir werden zu Halloween auf unsere mitgebrachten Karnevalskostüme zurückgreifen, ein paar Süßigkeiten für die Kinder kaufen und einen Kürbis vor die Tür stellen. Das muss reichen. Dann werden wir mit ein paar anderen Leuten draußen sitzen, was trinken und den Kindern beim Sammeln der Süßigkeiten zusehen. So weit der Plan, mal sehen, wie es wird.