Chicago hat neben den spannenden Hochhäusern ein erstklassiges Kunstmuseum, das Art Institute of Chicago, in dem leider gerade umgebaut wurde, so dass die moderne Sammlung etwas kleiner war als sonst. Trotzdem war das Art Institute sehr lohnenswert! Wir hätten uns auch noch für das Museum of Contemporary Photography und das Museum of Contemporary Art interessiert, aber dafür war die Zeit einfach zu knapp. Es gibt auch ein Naturkunde-Museum, ein Aquarium und ein High-Tech Planetarium, die wohl alle bei Familien sehr beliebt sind.

Neben dem Art Institute befindet sich Millenium Park, ein Projekt der Stadt zur Jahrtausendwende, das finanziell wohl leicht ausgeufert ist. In dem Park befinden sich mehrere Kunstwerke und ein ausgewachsener Open-Air-Konzertsaal, in dem es immer wieder mal kostenlose Konzerte gibt. Eines davon haben wir auch hören können; es spielten verschiedene Ensembles der School of Music der Northwestern University.

Hier das Konzertgelände:

Jay Pritzker Pavilion

Und hier die Bühne etwas näher:

Bühne Jay Pritzker Pavilion

In Millenium Park gibt es mehrere Kunstwerke, z. B. eine Tafel mit Fotos von Gesichtern von Chicago-Bewohnern, aus deren Mund hin und wieder ein Wasserstrahl rauskommt:

Brunnen in Millenium Park

Sehr beliebt ist, wie man sieht, auch die “Bean”, die offiziell Cloud Gate heißt:

Millenium Park Bean

Vom Park aus gibt es natürlich wieder interessante Blicke auf die Skyscraper:

Lurie Garden

Lurie Garden II

Fazit: Chicago ist eine Reise wert, von Columbus aus allemal, und wir werden bestimmt noch mal hinfahren!

Chicago hat so tolle Gebäude, dass es fast unmöglich ist, sich daran satt zu sehen. Beinahe jedes Haus ist irgendwie interessant. Die Chicago Architecture Foundation bietet verschiedene Führungen an, deren beliebteste die Architecture River Cruise ist, die ich trotz des stolzen Preises von $30 pro Person uneingeschränkt empfehlen kann. Vom Fluss aus wirken die Hochhäuser noch mal ganz anders, und die begeisterete Tour-Führerin hat uns viel über die Architektur in Chicago beigebracht. Hier fährt die Hochbahn bei Downtown über den Fluss:

El vor Downtown Chicago

Hier ein Blick auf Downtown:

Downtown Chicago

Hier sieht man etwas besser, wie hoch der Sears Tower ist:

Sears Tower

Eine andere Ecke von Downtown:

Downtown Chicago

Habe ich schon erwähnt, dass Chicago auch ganz tolle Strände am Lake Michigan hat? Von dort ist die Aussicht auch sehr schön, diesmal nicht auf den Sears-Tower, sondern auf den John Hancock Tower:

Chicago von Lincoln Park Strand

Wenn man sich umdreht, sieht es dann so aus:

Chicago Strand#

Vor unserer Reise kannten wir von Chicago nur den Flughafen O’Hare, ein beliebter Ort zum Umsteigen auf dem Weg von Europa in den Westen der USA, notorisch für chronische Überfüllung. Außerdem wussten wir, dass es dort im Winter sehr, sehr kalt werden kann, denn bei besagtem Umsteigen waren es -18°C, eine Temperatur, die ich bis dahin noch nicht erlebt hatte. Auf die Idee, ein Stop-Over in Chicago einzulegen, wäre ich niemals gekommen. Halt eine beliebige Großstadt, dachte ich.

Dass Chicago eine richtige Großstadt ist, ist allerdings viel interessanter, wenn man aus Columbus dorthin fährt. Es gibt alles, was man von einer Stadt erwarten würde: Man muss nicht mit dem Auto fahren, denn es gibt ja die U-Bahn oder auch Busse, deren Haltestellen vernünftig beschildert sind. In der Innenstadt gibt es zahlreiche Geschäfte, man muss nicht in die Mall. Es gibt mehrere Viertel mit interessanten Kneipen und Boutiquen und mehr kulturelle Veranstaltungen als man je wahrnehmen könnte. Das alles ist schon mal ziemlich attraktiv. Bonuspunkte von mir gibt es für Chicago auch für einige deutsche Dinge, z. B. Goose Island Kölsch vom Fass an jeder Ecke, deutsche Zeitschriften bei Borders (hab ich sonst noch nirgends gesehen, nicht mal in Washington, DC) und eine Filiale von TeeGschwendner - ich dachte, ich sehe nicht richtig!

Aber auch wenn man all diese Vorzüge jeden Tag vor der Nase hat, hat Chicago einiges zu bieten: Die umwerfende Skyline, die vielen interessanten Gebäude, etliche Kunstwerke, Strände am Lake Michigan, erstklassige Museen, viele Grünflächen - ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll! Vielleicht mit einem Foto von Downtown bei Nacht, aufgenommen vom 96. Stock des John Hancock Tower, wo sich eine Bar befindet:

Chicago Downtown bei Nacht

Das ganz hohe Hochhaus mit dem roten und blauen Licht oben drauf ist der Sears Tower, mit über 440m lange Zeit eines der höchsten Gebäude der Welt. Fortsetzung folgt!

Wir haben den gestrigen Feiertag (Memorial Day) direkt genutzt, um über das lange Wochenende wegzufahren, und zwar nach Chicago, der Metropole des Mittleren Westen. Auch wenn Chicago auf der Karte gar nicht so weit weg aussieht sind es doch über 570km dorthin, so dass man knappe sechs Stunden Fahrt einrechnen sollte. Das ist ziemlich lang, wenn man nur drei Nächte bleiben kann. Trotzdem haben wir uns fürs Fahren entschieden und es nicht bereut, denn Chicago war großartig! Die Fahrt selbst ist etwas weniger großartig. Man fährt sehr, sehr lange durch Indiana, und wer denkt, dass Ohio langweilig ist, der war noch nicht in Indiana. In Ohio gibt es immer mal wieder einen Ort, einen Bauernhof oder eine große Kreuzung. In Indiana gibt es auf über vier Stunden Fahrt ein paar Antique Malls und Feuerwerksläden. Die Hauptstadt Indianapolis teilt die Strecke nach Chicago etwa auf der Hälfte und die Umgehungsstraße dort ist dann auch das Highlight der Fahrt. Ansonsten sieht es gerne so aus:

Indiana I

Oder auch so:

Indiana II

Nach vorne ist die Aussicht etwas abwechslungsreicher:

Indiana III

Wenn man dann nach Chicago hereinfährt, ist das wirklich die glitzernde Oase am Ende der Strecke. Dafür ist die Autofahrt erheblich günstiger als das Fliegen, insbesondere wenn man wie wir Glück hat und dank Parking Any Time einen kostenlosen Parkplatz am Straßenrand in der Nähe des Hotels ergattern konnte. Ansonsten können die Parkkosten nämlich leicht an die $30 pro Nacht betragen (in unserem Hotel wären es sogar mehr gewesen).

Und weil Chicago so großartig war, die leuchtenden Berichte unserer Bekannten alle stimmen und ich noch meine >100 Fotos aussortieren muss gibt es zu Chicago selbst erst demnächst einen ausführlicheren Bericht!

Ohio mag vielleicht nicht der Nabel der Welt sein, aber das lässt sich leicht kompensieren, indem man niedliche kleine Varianten mehr oder weniger berühmter Orte kreiert.

Teilweise finden sich ganze Länder in Ohio wieder: Holland, Malta, Palestine, Poland und sogar Russia leben als Ortschaften mit weniger als 5000 Einwohnern in Ohio auf. Lebanon hat es mit knapp 17000 Einwohnern sogar zum Status der Stadt gebracht.

Andere Orte sind nach Städten aus aller Welt benannt. Europa ist dabei besonders prominent vertreten. Allein aus Deutschland gibt es Berlin (sogar gleich zwei Mal in Ohio vertreten), Potsdam, Dresden, Hanover, Frankfort und Leipsic (die Schreibweise hat wohl unter der Entfernung etwas gelitten). Aus den Niederlanden sind Amsterdam, Antwerp und Dunkirk vertreten, aus der Schweiz Geneva-on-the-Lake, aus Frankreich Lyons, Marseilles, Montpelier, Strasburg und Versailles. Dublin liegt ganz in der Nähe von Columbus, und Großbritannien ist mit Dover, Cambridge, East Liverpool, London, Aberdeen, Camden, Greenwich, Manchester, Lancaster, Portsmouth, Reading und Sheffield besonders stark repräsentiert.

Auch der Mittelmeerraum darf nicht fehlen: Von Cadiz über Parma, Genoa, Milan und Verona, von Athens und Sparta über Madeira und Lisbon, von Alexandria und Cairo bis Jerusalem ist alles dabei. Der Osten ist mit Moscow und Warsaw weniger stark vertreten. Weiter von Europa entfernte Städte sind deutlich seltener (oder mir nur weniger aufgefallen), aber sie reichen von Lima über Sidney bis zu Ottawa und Toronto wirklich um die ganze Welt - und all das im ländlichen Ohio… Möchte man aber nach Köln, muss man bis Minnesota fahren :-)

Philadelphia liegt am Delaware River, der ganz schön groß ist:

Delaware River bei Philadelphia

Chinatown hat die obligatorischen Chinatown Gates…

Chinatown Gates

… die zu Straßen wie dieser führen:

Chinatown Philadelphia

Überall in der Stadt stehen außerdem Kunstwerke herum, unter anderem die Love-Skulptur…

Love-Skulptur

… und der Denker von Rodin:

Denker von Rodin

Das war’s dann von Philadelphia - es bleibt noch zu sagen, dass der Besucher sich sehr gut über die verschiedenen Öffnungszeiten informieren sollte. Das US Mint (Münzprägerei) und Library Hall haben beispielsweise übers Wochenende geschlossen, in das Mint darf man außerdem keine Kameras mitnehmen und es gibt dort auch keine Schließfächer dafür. Man sollte auch nicht erwarten, dass der Italian Market morgens um elf schon geöffnet ist. Vom African American Museum ist abzuraten: teuer, alt, klein und ich habe rein gar nichts über die Geschichte der African Americans gelernt. Am Sonntag hat für US-Verhältnisse vieles zu (teilweise auch Läden, Restaurants usw.), dafür hat das Kunstmuseum aber freien Eintritt. An dieser willkürlichen Liste kann man schon sehen, dass ich nicht alles gesehen habe, was ich gerne sehen wollte - aber Philadelphia war trotzdem einen Besuch wert.

P.S.: Eine Auswahl meiner Philadelphia-Fotos könnt ihr als Diashow ansehen - mehr Fotos als im Blog, aber trotzdem so stark ausgewählt, dass es überschaubar bleibt.

Zunächst die Independence Hall aus der Ferne:

Independence Hall

Bewacht von George Washington:

George Washington

In diesem Raum wurde die Unabhängigkeitserklärung unterzeichnet…

Independence Hall

… und hier die Verfassung:

Independence Hall

Die Liberty Bell, von Touristen umringt:

Liberty Bell

Das Grab von Benjamin Franklin, der einen durch Philadelphia verfolgt und der einer der Unterzeichner der Unabhängigkeitserklärung ist:

Benjamin Franklins Grab

All das (und noch vieles mehr) ist im Independence National Park zusammengefasst und ganz kostenlos zu besichtigen (der Friedhof nimmt Eintritt, aber das Grab ist direkt am Zaun, so dass man es von außen sehen kann).

Philadelphia ist bestimmt eine gute Stadt zum Leben: Kleine Läden und die großen Ketten, Restaurants und Bars scheinen gleichmäßig über die Stadt verteilt. Es gibt gleich zwei Markthallen (Reading Terminal Market und Italian Market) und ein vernünftiges Chinatown, das aus mehr als nur drei Bratnudelbuden besteht. Mit dem Zug sind Washington und New York problemlos zu erreichen. Die Stadt muss außerdem ein Paradies für architektonisch interessierte Leute sein, man sieht Hochhäuser unterschiedlichen Alters und aus verschiedenen Stilrichtungen, dazwischen alle möglichen Kirchen und Häuser, die an unterschiedliche europäische Baustile erinnern.

Dem Besucher bietet Philadelphia auch allerlei, allerdings weniger, als ich erhofft hatte. Hauptsehenswürdigkeit ist Independence Hall, der Ort, an dem die Unabhängigkeitserklärung und die Verfassung der Vereinigten Staaten unterzeichnet wurden. Direkt daneben kann man die Liberty Bell besichtigen, eine der Glocken, die die Unabhängigkeit der Staaten von England verkündet haben. Daneben gibt es eine ganze Reihe teilweise sehr teurer Museen, unter denen das Kunstmuseum offenbar besonders berühmt ist.

Für den Anfang erst mal ein paar Fotos von der Stadt allgemein:

Philadelphia Zentrum

Jugendstil Haus in Philadelphia

Wolkenkratzer in Philadelphia

Häuserzeile in Philadelphia

Zentrum von Philadelphia

Demnächst muss Michael beruflich nach Philadelphia. Immer daran interessiert, neue Städte kennen zu lernen möchte ich natürlich gerne mit. Die Hotelzimmer bieten sowieso immer Platz für zwei Personen - bei manchen Buchungssystemen braucht man nicht einmal angeben, ob man das Zimmer allein oder zu zweit nutzen möchte, weil es keinen Unterschied im Preis macht. Meine Anreise zahlen aber natürlich wir. Michaels Kollegen buchen in solchen Fällen ganz selbstverständlich einen Flug. Ich als optimistische bus- und bahn-verwöhnte Deutsche schaue mir erst mal die umweltfreundlicheren Alternativen an.

Mein erster Weg führt mich zu Google Maps, das mir verrät, dass zwischen Columbus und Philadelphia etwa 750 Kilometer Autobahn liegen. Geschätzte Fahrtdauer: 7 Stunden 40 Minuten. Kosten würden anfallen für Benzin, Autobahnmaut und Parkgebühren in Philadelphia. Bei ausreichend Urlaub und wenig Zeitdruck würde ich diese Variante vielleicht in Erwägung ziehen.

Mein zweiter Weg führt mich zur Bahngesellschaft Amtrak. Dummerweise hat Columbus keinen Bahnhof (!), so dass man erst mit dem Auto in eine Stadt mit Bahnhof reisen müsste (2-3 Stunden Fahrzeit). Nehmen wir an, man fährt drei Stunden bis Pittsburgh, das immerhin auf dem Weg nach Philadelphia liegt. Nun würde man noch eine über siebenstündige Zugfahrt vor sich haben, mehr als 2 Stunden länger als eine Autofahrt auf der gleichen Strecke! Die Züge fahren zudem nur sehr wenige Male am Tag. Die Kosten variieren und sind bei meinem willkürlichen Beispiel $250 für zwei Personen hin und zurück. Hinzu kämen Benzinkosten nach Pittsburgh und zurück sowie Parkgebühren am Bahnhof in Pittsburgh.

Columbus mag keinen Bahnhof haben, aber eine Greyhound-Station gibt es immerhin. Der Greyhound-Bus fährt mehrmals täglich nach Philadelphia, braucht aber sagenhafte elfeinhalb Stunden für die Strecke. Die Kosten liegen bei etwa $200 für zwei Personen hin und zurück.

Dies ist der Punkt, an dem ich sehr gut nachvollziehen kann, warum die Amerikaner so viele Strecken mit dem Flugzeug zurück legen. Ein Flug nach Philadelphia dauert nur ungefähr anderthalb Stunden. Selbst wenn man noch zweieinhalb Stunden für Wartezeiten am Flughafen hinzurechnet ist das mit Abstand die zeitsparendste Möglichkeit. Die Kosten für zwei Personen hin und zurück sind mit $260 sogar preiswerter als bei der Variante mit Zug und Auto zum Zug, und die $60 über dem Preis vom Bus sind angesichts der ewigen Reisezeit im Greyhound bestens angelegt. Fazit: Natürlich werden auch wir nach Philadelphia fliegen! Bis ich mir aber angewöhne, direkt einen Flug zu buchen ohne groß herumzusuchen, wird es sicher noch dauern.

Dass es schön sein würde, einen Flug nach Hause zu buchen, meinten schon viele. Aber WIE schön das ist, können wir jetzt live erleben! Soeben ist die erste Heimreise gebucht. Die Daten werde ich hier nicht herumposaunen, die kann ich euch am Telefon oder per Mail immer noch durchgeben. Sagen wir mal, dass es Anfang nächsten Jahres ist, mehrere Geburtstage von Familie und Freunden einschließt und nicht die schlechteste Jahreszeit, um Kölle einen Besuch abzustatten…

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